Bezirk Schwaz

Neuer Obmann des TVB Zell-Gerlos setzt auf Öffis

Der Bahnhof im Zentrum von Zell. Wunsch ist, dass der Zug auch die Bergbahn-Talstation ansteuert.
© Dähling

Ferdinand Lechner ist frisch gewählter Obmann des Tourismusverbandes Zell-Gerlos. Der Zeller will mit seinem Team auf das veränderte Mobilitätsverhalten der Gäste besonderes Augenmerk legen.

Von Angela Dähling

Zell a. Z., Gerlos – „Immer weniger junge Großstädter machen in Deutschland noch den Führerschein. Darauf gilt es zu reagieren“, erklärt der neue Obmann des TVB Zell-Gerlo­s, Ferdinan­d Lechne­r. Der Zeller sieht das sich ändernd­e Mobilitätsverhalte­n der Gäste als Schwerpunkt seiner Arbeit an. „Nächstes Jahr verkürzt sich die Fahrzeit von Berlin bis Jenbach mit der Bahn um 50 Minuten“, verweist er auf attraktive Öffi-Angebote. Es sei ein Anliegen der Region, zur Straßenverkehrsentlastung beizutragen. Auch die Anbindung der Zillertalbahn an die Bergbahn sei Thema. „Aber der Bahnhof im Ort muss natürlich trotzdem bleiben“, betont Neo-Obmann Lechner.

Drei Stimmgruppen, drei Listen – damit stand schon im Vorfeld der kürzlich stattgefundenen Vollversammlung fest, wer in den TVB-Aufsichtsrat einzieht. TVB-Obmann Michael Staudacher hatte den rund 100 anwesenden Mitgliedern erklärt, aus privaten Gründen nicht mehr zu kandidieren. Und wie im Vorfeld ausgemacht folgte dem Gerloser Skischulleiter mit Ferdinand Lechner ein Zeller Skischul- und Lokalbereiber als Obmann nach. Staudacher ist nun mit Jakob Platzer aus Gerlos TVB-Vorstand. Aufsichtsratsvorsitzender ist Peter Kammerlander (Gerlos), sein Stellvertreter Matthias Wildauer (Zell). Ging es bei den Wahlen 2011 noch heiß her zwischen den Zeller und den Gerloser Touristikern, ist von den alten Rivalitäten nichts mehr zu spüren. „Wir haben in den letzten fünf Jahren sehr gut zusammengearbeitet und sind jetzt eine echte Einheit“, sagt Lechner, der bisher im Aufsichtsrat saß. Trotz stagnierender Bettenzahlen stiegen die Nächtigungen in den letzten fünf Jahren kontinuierlich – mit einem Rekord von 1,4 Mio. Nächtigungen im heurigen Jahr.

Einstimmig genehmigt wurde die Jahresrechnung 2015 von knapp 4,1 Millionen Euro.

Fügens Touristiker wählen am Dienstag

Fügen – Am Dienstagabend stehen in der Festhalle in Fügen die Aufsichtsrats-Neuwahlen des TVB Erste Ferienregion im Zillertal an. Auf jeden Fall kommt der amtierende Obmann Ernst Erlebach in das Gremium, denn seine Liste kandidiert als einzige in der Stimmgruppe 2. Die Obmann-Funktion will ihm auch keiner der anderen Listenführer streitig machen. Spannend wird es vor allem in der Stimmgruppe 3. Gastwirt Walter Koidl aus Bruck, Hermann Fiegl aus Aschau und Gabriele Schiestl aus Aschau rittern hier mit ihren Listen um Aufsichtsratsmandate.

„Wir arbeiten zusammen“, stellen Koidl und Fiegl klar. Im Nachhinein hätte man auf einer Liste kandidieren sollen, sagen sie. Aber nach der Einreichfrist, die vor vier Wochen endete, war das nicht mehr möglich. Koidl und Fiegl hoffen auf genügend Stimmen, damit durch sie auch die umliegenden Gemeinden im Aufsichtsrat vertreten sind. „Alle anderen Listen werden von Fügenern angeführt. Und wenn ein Betrieb wie der Campingplatz von Hermann Fiegl für rund zehn Prozent unserer Sommernächtigungen sorgt, gehört er in den Aufsichtsrat“, meint Koidl. Für die Fügener Gewerbetreibende Gaby Schiestl ist es wichtig, dass die Stimmgruppe 3 mit ihren über 2000 Betrieben stark vertreten ist im Aufsichtsrat. Das Argument ihrer Mitbewerber wundert sie: „Es war immer die ganze Region im Aufsichtsrat vertreten.“

„Auch der Handel ist wichtig im Tourismus, daher wollen wir ein Mitspracherecht haben“, sagt Günther Unterlercher, dessen Liste in der Stimmgruppe 1 aus Handelstreibenden besteht. Installateur Franz Opbacher führt die zweite Liste in der Stimmgruppe 1 an: „Ich vertrete das Gewerbe, es ist ein großer Zahler im Tourismus“, nennt er seinen Beweggrund. (ad)