Runder Tisch beriet im Burgenland Maßnahmen gegen Ärztemangel
Eisenstadt (APA) - Im Burgenland ist am Montagnachmittag bei einem „Runder Tisch“ in Eisenstadt über Maßnahmen diskutiert worden, um dem Pro...
Eisenstadt (APA) - Im Burgenland ist am Montagnachmittag bei einem „Runder Tisch“ in Eisenstadt über Maßnahmen diskutiert worden, um dem Problem eines Ärztemangels in den kommenden Jahren entgegenzuwirken. Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ) sprach sich danach vor Journalisten erneut für die Abschaffung der Einstiegskriterien fürs Medizinstudium aus und verteidigte die geplanten Primärversorgungszentren.
Am Runden Tisch nahmen laut Darabos auch Vertreter der Ärzte- und der Wirtschaftskammer, der politischen Parteien und des Wissenschaftsministeriums teil. Im niedergelassenen Bereich würden in den kommenden Jahren im Burgenland rund ein Drittel der Mediziner in Pension gehen. In den vergangenen Monaten habe man bereits in einigen Gemeinden Probleme gehabt, niedergelassene Ärzte zu finden.
Einige Punkte - etwa, dass die Ausbildung verbessert werden soll - hätten in der Diskussion „breiten Konsens“ gefunden, berichtete der Landesrat. Den Einwand, dass es bei einem Aussetzen der Einstiegskriterien zu viele Interessenten fürs Medizinstudium geben könnte, sehe er „nicht so“. Die derzeitigen Aufnahmetests halte er „für nicht besonders sinnvoll: Da gibt es Fragen, die mit dem Medizinstudium überhaupt nichts zu tun haben“.
Um Abwanderungstendenzen nach Abschluss des Studiums - etwa nach Deutschland oder in die Schweiz - entgegenzuwirken, sei er dafür, steuernd einzugreifen. Konkret solle eine Kostenrückzahlung gefordert werden, falls jemand nach dem Studium nicht in Österreich arbeite.
Alleine bei der Ausbildung von Psychiatern hätten in den vergangenen Jahren Fälle, „wo das Bundesland dann zwar eine Ausbildung bezahlt hat, aber die Ärzte nicht mehr zurückkamen“, insgesamt mehrere Hunderttausend Euro ausgemacht, ergänzte der Geschäftsführer der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten Gesellschaft m.b.H.), Rene Schnedl. Künftig solle es ein Agreement unter den Spitalsträgern geben, wonach die Ausbildungsärzte ausgetauscht werden sollen, womit man weniger Probleme mit der Rückerstattung bekomme.
Darabos bekräftigte seine Kritik am für Mittwoch angesetzten Ärztestreik: Er habe dafür „kein Verständnis“, weil im Burgenland mehr Geld in die Gesundheit gepumpt werde als in den vergangenen Jahren. Er verstehe auch die Ablehnung von Primärversorgungszentren nicht. Diese würden in Zukunft „ein durchaus gangbarer Weg“ sein, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken.
Der Gesundheitslandesrat verwies er auf das Projekt „Akutordination“ in Oberwart, das „perfekt“ angelaufen sei. Es bleibe „dabei, dass die Hausärzte die Patienten vor Ort versorgen“. Es gehe lediglich um eine Zentralisierung in den Abendstunden, um zu schaffen, dass die Versorgung in der Nacht auch weiterhin gewährleistet sei.
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