Angelino Alfano: Vom Kronprinzen Berlusconis zum Außenminister

Rom (APA) - Vom Innenminister zum Chef der italienischen Diplomatie: Der rechtskonservative Politiker Angelino Alfano rückt zum Außenministe...

Rom (APA) - Vom Innenminister zum Chef der italienischen Diplomatie: Der rechtskonservative Politiker Angelino Alfano rückt zum Außenminister der neuen Regierung von Premier Paolo Gentiloni auf. Der 46-jährige Sizilianer ist der erfahrenste Minister in Gentilonis Regierungsmannschaft. Er hat trotz drei Regierungswechsel stets einen Ministerposten bewahren können.

Alfano wurde im April 2013 von dem damaligen Premier Enrico Letta zum Innenminister ernannt. Er blieb auch im Nachfolgekabinett um Premier Matteo Renzi im Amt und wechselt jetzt unter Gentiloni in die „Farnesina“, das Außenministerium in Rom. Zwischen 2008 und 2011 hatte der aus Agrigent stammende Jurist bereits als Justizminister in der Regierung von Silvio Berlusconi amtiert.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der katholischen Universität Sacro Cuore in Mailand arbeitete Alfano als Rechtsanwalt und spezialisierte sich auf Unternehmensrecht. Nach dem Auseinanderfallen der Democrazia Cristiana schloss er sich 1994 der neugegründeten Partei Forza Italia um Berlusconi an. Von 1996 bis 2001 saß Alfano im sizilianischen Regionalparlament. Bei den Parlamentswahlen 2001 wurde er dann in die italienische Abgeordnetenkammer gewählt. Parteiintern gewann Alfano immer mehr die Sympathie Berlusconis, der ihm 2008 das Justizministerium, das heikelste Ressort seiner im Mai 2008 aus der Taufe gehobenen Regierung anvertraute.

Dabei musste sich Alfano täglich mit Berlusconis Justizproblemen und dessen Querelen mit den Richtern befassen. Im Juli 2011 beschloss Berlusconi, Alfano den Chefposten der 2009 aus der Fusion von Forza Italia und Alleanza Nazionale hervorgegangen Partei PdL („Volk der Freiheit“) zu überlassen. Doch 2013 trennte sich Alfano im Streit von Berlusconi und machte sich politisch selbstständig. Er gründete eine neue Mitte-Rechts-Kraft, die „Nuovo Centrodestra“ (Neue Rechte Mitte), die die Regierungen von Mario Monti, Letta und Renzi unterstützte.

Als Innenminister musste sich Alfano hauptsächlich mit der Flüchtlingsproblematik auseinandersetzen. Mit diesem Thema wird er sich jetzt weiterhin als Außenminister befassen müssen. Politische Experten sind überzeugt, dass sich der politisch versierte Alfano auch in der neuen Regierung Gentiloni weiterhin eine Schlüsselrolle spielen wird.