Europas Leitbörsen zur Eröffnung überwiegend etwas höher

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Dienstag im Eröffnungshandel mit mehrheitlich leicht positiver Tendenz geze...

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Dienstag im Eröffnungshandel mit mehrheitlich leicht positiver Tendenz gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 9.40 Uhr mit plus 0,41 Prozent oder 12,97 Punkte bei 3.212,08 Einheiten.

Der DAX in Frankfurt stieg 0,36 Prozent oder 40,05 Zähler auf 11.230,26 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit minus 0,05 Prozent oder 3,46 Einheiten auf 6.886,96 Punkte.

Dabei blieben die europäischen Aktienmärkte weitgehend in einer engen Bandbreite, was Marktteilnehmer mit zögerlichen Anlegern im Vorfeld der US-Zinsentscheidung zur Wochenmitte begründen. Dass die Federal Reserve (Fed) dabei die zweite Zinserhöhung seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 beschließen wird, erachten Experten als fix. Investoren erwarten eine Erhöhung des Leitzinses durch die Fed um 25 Basispunkte auf 0,5 bis 0,75 Prozent.

Positive Konjunkturnachrichten kamen aus China, wo im November die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion überraschend stark ausfielen und die Erwartungen übertroffen hatten. Der chinesische Einzelhandel lief gar so gut wie seit Ende 2015 nicht mehr.

Im Fokus stand aber insbesondere die italienische Bankenkrise. In Mailand verteuerten sich UniCredit um 2,89 Prozent. Nach einem weiteren Sparprogramm will die italienische Mutter der heimischen Bank Austria in drei Jahren hochprofitabel sein und plant im 1. Quartal 2017 eine Kapitalerhöhung im Wert von 13 Milliarden Euro. Sie soll bei einer Aktionärsversammlung am 12. Jänner verabschiedet werden.

Zudem hat die Bank die Trennung von notleidenden Krediten im Wert von 17,7 Mrd. Euro vor, wie aus dem am Dienstag in London vorgestellten neuen Geschäftsplan der Bank hervor geht. Den ambitionieren Geschäftszielen fallen aber weitere 6.500 Jobs zum Opfer.

Das Kabinett des zurückgetretenen italienischen Premiers Matteo Renzi hatte noch knapp vor seinem Abschied an der Rettung des italienischen Bankensektor gefeilt. Eine Notverordnung zur Rettung der Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) soll hierbei mit bis zu vier Milliarden Euro die Kapitalerhöhung garantieren, die MPS im Rahmen ihres Rettungsplans angekündigt hat. UniCredit-Konzernchef Jean-Pierre Mustier ist zuversichtlich, dass die Rettung MPS gelingt und dass sich die Probleme dieses Geldhauses noch bis Jahresende lösen werden. MPS-Aktien gewannen 2,57 Prozent.

Während in Italien also jüngst versucht wird, die Steuerzahler für marode Banken zur Kasse zu bitten, versucht Großbritannien aus derartigen Rettungsaktionen endgültig auszusteigen. So hat die britische Regierung zuletzt einen staatlichen Anteil an der Lloyds Banking Group von weniger als sieben Prozent verkauft. Vor acht Jahren wurden Lloyds und die Royal Bank of Scotland (RBS) mit Steuergeldern aufgefangen. Lloyds notierten in London um 0,52 Prozent schwächer, RBS verloren 0,56 Prozent.

Auch in Deutschland wurden die Steuerzahler unfreiwillig zu Bankeigentümern, hier wurde unter anderem die Commerzbank aufgefangen. Das Geldhaus braucht vom nächsten Jahr an keine so dicke Kapitaldecke mehr. Die Aufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) fordern dann nur noch eine harte Kernkapitalquote von 8,5 Prozent, wie die zweitgrößte Bank des Nachbarlandes mitteilte. In diesem Jahr brauchte sie noch 10,25 Prozent. Commerzbank-Aktien legten um 0,57 Prozent zu.

Die zahlreichen Bankenrettungen allerorts wurden oftmals mit der internationalen Verflechtung des Bankgeschäfts und der schieren Größe der Geldhäuser begründet. Daran dürfte sich so bald jedoch nichts ändern. Ein Spitzenmanager der Deutschen Bank prophezeit in nicht allzu ferner Zukunft grenzüberschreitende Zusammenschlüsse in der gebeutelten Bankbranche. Nach seinen Worten könnte dabei unter Umständen auch die Deutsche Bank selbst mitmachen. Ihre Aktien erhöhten sich um 0,75 Prozent.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA112 2016-12-13/09:50