Tourismus

Zu wenig Köche: Tiroler Wirt kritisiert Mängel bei Ausbildung

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Der Tiroler Tourismus beklagt einen Mangel an Köchen und fordert, den Beruf auf die Liste der Mangelberufe zu setzen. Für AK ist das Sozialdumping.

Von Max Strozzi

Innsbruck –Seit geraumer Zeit beklagt der Tiroler Tourismus einen Mangel an Köchen und fordert, den Beruf auf die Liste der Mangelberufe zu setzen, um Köche aus Drittstaaten ins Land holen zu können. Die Gewerkschaft dagegen sieht den Mindestlohn von 1490 Euro brutto als Grund, weshalb Köche ausbleiben.

Wer direkt aus der Branche kommt, sieht die Problematik etwas anders. Etwa der Arlberger Wirt Helmut Fahrner. Er spricht der Gewerkschaft die Tourismuskompetenz ab und ortet massive Mängel in der Grundausbildung der Köche in Tirol. „Es geht nicht um die Bezahlung, denn gute Köche werden auch gut bezahlt“, kontert der Arlberger Gastronom. Die Gewerkschaft würde in ihrer Argumentation immer nur den Mindestlohn heranziehen. Die Gewerkschaft solle sich vielmehr um „jene Fälle kümmern, die wirklich im Argen liegen“, meint der Wirt.

Teil des gesamten Problems sei die Kochausbildung. „In Tirol mangelt es in der Grundausbildung“, kritisiert der erfahrene Hotelier. In den Berufsschulen werde zu viel Augenmerk auf die Präsentation der Teller gelegt. „Hier noch ein roter Tupfer und da noch ein grüner – heute wird mehr gelernt, mit Pinzette und Pinsel zu kochen als mit dem Kochlöffel. Die Leute müssen wieder zurück auf den Boden“, warnt Fahrner. Kommen ausgebildete Köche in die Betriebe, würden sich oftmals die Schwierigkeiten offenbaren. „Man bezahlt den Lohn für einen Koch, hat aber häufig noch einen Lehrling vor sich, den wir Unternehmer erst fertig ausbilden müssen“, bemängelt er. Was die aus seiner Sicht mangelhafte Kochausbildung betrifft, sei „die Wirtschaftskammer in der Pflicht“.

Generell werde im Tourismus die Latte zunehmend zu hoch gelegt. „Für 5-Sterne-Hotels braucht man das richtige Personal. Nicht jeder ist dafür geeignet“, meint Fahrner. Koch als Mangelberuf zu definieren, um Köche aus Drittstaaten zu holen, empfindet der Branchenkenner nicht als Lösung. „Die, die dann kommen, sind auch nicht besser.“

Auch Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl kritisiert den Ruf des Tourismus, Koch als Mangelberuf zu definieren. Dies sei nur ein „Ruf nach billigeren Arbeitskräften“, dem „Sozialdumping wären Tür und Tor geöffnet“, meint Zangerl. Die Probleme würden beim Nachwuchs starten. Viele ausgebildete Köche würden aufgrund geringer Bezahlung einen anderen Job suchen.