Sportpolitik

Die gedämpfte Minister-Lust auf Sportereignisse

Minister Andrä Rupprechter (l. mit Platter, Geisler) in Kitzbühel.
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Der Sportminister: ein Weltenbummler. Der Kanzler: ein Austria-Fan. Und manche andere gaben sich als Event-Muffel zu erkennen.

Von Florian Madl

Innsbruck –Welche Sportveranstaltungen haben Sie in Ausübung Ihres Amtes besucht? Eine parlamentarische Anfrage ging dem auf den Grund. Diente der Volksvertreter als Aufputz? Wurde er eingeladen? Oder erfolgen Besuche aufgrund persönlicher Vorlieben? Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (Wirtschaft) hat ein breites Spektrum, er begab sich neben österreichischen Länderspiel-Besuchen sogar in die Niederungen der ersten oberösterreichischen Landesklasse. Alles auf Einladung, wie es heißt. Die hätten wohl auch Sebastian Kurz (Außenminister) und Hans Jörg Schelling (Finanzen) bekommen, beide waren ihren Angaben zufolge aber nirgends offiziell anzutreffen. Das galt auch für Sabine Oberhauser (Gesundheit, Frauen) und Sonja Hammerschmid (Bildung), was angesichts ihrer Ressorts ein wenig verwundert. Bei der Gesundheitsministerin vielleicht ein wenig mehr als bei der für Bildung zuständigen Hammerschmid, die geforderte „tägliche Turnstunde“ lässt sich wohl kaum mit dem Besuch eines Formel-1-Rennens vorantreiben.

Bei einem solchen hielt sich dafür Sophie Karmasin auf. Was die Bundesministerin für Familie und Jugend dort wollte, war nicht in Erfahrung zu bringen. Nur dass der bemerkenswerte Ausflug mit 305 Euro zu Buche schlug. Vielleicht ging es ja um Max Verstappen: Der war beim Spielberg-GP im Juli noch 19 (also jugendlich) und hat ja meistens seine Familie (zumindest seinen Papa Jos) im Schlepptau.

Justizminister Wolfgang Brandstetter führte in seinen Ausführungen allerhand Besuche an, die mit Sport und Justiz zu tun hatten: Justizwache-Meisterschaften hier und dort, dabei ließ sich der Niederösterreicher meist vertreten. Nur das Rosinchen, das EM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein, blieb ihm.

Sportminister Hans Peter Doskozil bei den Sommerspielen in Rio.
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Innenminister Wolfgang Sobotka schaffte es mit sechsköpfiger Begleitung gar zur EURO in Frankreich (Österreich – Island), Vorkehrungen zum Thema Terror legten das allerdings nahe.

Tirols Andrä Rupprechter (Land-, Forstwirtschaft) gab sich heimatnahe, einzig die Hahnenkammrennen in Kitzbühel führte sich der 55-jährige Brandenberger sportlich zu Gemüte. Kein Vergleich also zu Hans Peter Doskozil, dem Minister für Verteidigung und eben Sport: Der Burgenländer war zuletzt auch in Rio, wo er olympischen und paralympischen Sportlern die Aufwartung machte. 26.000 Euro verschlang das, Rio liegt schließlich nicht vor der Haustür. Das gilt nur für Kanzler Christian Kern, der mehrmals die Wiener Austria besuchte. Privat, wie es heißt.