Banküberfälle in NÖ: 42-Jähriger bestritt Beteiligung

St. Pölten (APA) - Bei den Coups in den Bezirken Amstetten und Melk soll der 42-Jährige laut Staatsanwaltschaft jeweils eine Spielzeugwaffe ...

St. Pölten (APA) - Bei den Coups in den Bezirken Amstetten und Melk soll der 42-Jährige laut Staatsanwaltschaft jeweils eine Spielzeugwaffe verwendet haben. „Ich habe diese Überfälle nicht begangen“, betonte der Angeklagte, der sich am Dienstag am Landesgericht St. Pölten zu den Vorwürfen nicht schuldig bekannte.

Gefragt nach dem Banküberfall am 30. Dezember 2013 in Amstetten, erwiderte der Mann: „Da kann ich ihnen nichts dazu sagen. Ich bin mit Halsentzündung und Fieber im Bett gelegen.“ Einen DNA-Treffer, der gesichert wurde, „kann ich mir beim besten Willen nicht erklären“, meinte der 42-Jährige.

Die 44-jährige Mitangeklagte berichtete, ihr Mann habe ihr 2014 gebeichtet, einen Banküberfall in Viehdorf begangen zu haben. „Wenn ich das gemacht hätte, hätte ich es ihr sicher nicht erzählt, weil sie es herumgeplaudert hätte“, so der 42-Jährige dazu. Dass seine Noch-Ehefrau ihn belastet, erklärte er mit „Neid, Missgunst, Eifersucht“, es habe immer Streit gegeben. Er habe seine Frau „niemals“ geschlagen, sagte der Angeklagte, der von Psychoterror durch die 44-Jährige berichtete.

Die Angeklagte schilderte, dass ihr Mann sich bei den drei Überfällen, bei denen sie als Fahrerin dabei war, jeweils auf dem Weg zur Bank maskiert hatte. Eine Spielzeugwaffe stammte von einem Kirtag und soll ihrem Sohn gehört haben. Nach dem ersten gemeinsamen Coup in Mauer-Öhling 2014 folgte im Dezember 2015 ein Raubüberfall auf eine Bank in St. Martin am Ybbsfelde, erzählte die Angeklagte. Ihr Mann habe sich maskiert, sei nach ein paar Minuten aus der Bank gekommen, eingestiegen und „hat geschrien, ich soll fahren“. Ähnlich soll der Coup in Ferschnitz abgelaufen sein.

In Kemmelbach wurde die Putzfrau der Bank mit einer Eisenkette gefesselt. Diese soll der Mann bei einem Baumarkt in Amstetten gekauft haben, sagte die 44-Jährige: „Ich habe mir nicht viel dabei gedacht und nicht gefragt, wofür er die braucht.“ Auf die Frage, warum seine Frau offensichtlich Insiderwissen über die Geschehnisse im Inneren der Banken während der Überfälle habe, meinte er: „Sie war offensichtlich beteiligt, dann soll sie sagen, mit wem.“ Er sei es jedenfalls nicht gewesen. Im Kasten des Angeklagten wurde eine schwarze Haube mit zwei Sehschlitzen gefunden. Diese habe er „für ein Rollenspiel sexueller Natur“ verwendet, sagte der Mann.

Zu dem Vorwurf, 60 Gramm Kokain erworben zu haben, bekannte sich der 42-Jährige schuldig. Er habe 2003/04 mit dem Konsum begonnen und bis zu seiner Verhaftung im April dieses Jahres Drogen genommen, die er sich in Wien besorgte. „Zwei bis drei Gramm pro Woche waren es sicher“, sagte der Angeklagte. Seine Mutter habe ihn finanziell unterstützt.