Neue Beleuchtung mit Ablaufdatum
In der Telfer Südtiroler Siedlung werden mehrere Häuser mit neuer Außenbeleuchtung versehen, obwohl sie in absehbarer Zeit abgerissen werden. Mieter finden das „kurios“, die NHT verweist auf Sicherheitsaspekte.
Von Michael Domanig
Telfs –Bei so manchem Bewohner der Telfer Südtiroler Siedlung im Apfertal herrschte in den vergangenen Tagen gehörige Verwunderung: Denn im Auftrag der Neuen Heimat Tirol (NHT) wurden bei einer Reihe von Häusern neue Außenbeleuchtungen angebracht sowie in bestehende Lampen stärkere Glühbirnen eingesetzt. Was an sich unspektakulär ist, bei den Anrainern aber trotzdem teilweise für Kopfschütteln sorgte: Schließlich wird der größte Teil der betroffenen Häuser in absehbarer Zeit abgerissen.
Konkret werden bis 2026 alle nicht mehr sinnvoll sanierbaren Häuser der Südtiroler Siedlung – sie stammen aus den 1940er-Jahren – schrittweise abgebrochen und durch neue, deutlich energieeffizientere Wohnbauten ersetzt. Insgesamt entstehen auf dem 30.000 m² großen Areal rund 320 neue Wohnungen. Der erste von sechs Bauabschnitten wurde bereits im heurigen Sommer fertig gestellt, der zweite soll im Frühjahr 2017 starten.
„Ich finde das ziemlich kurios“, meint eine Anrainerin in der Südtiroler Straße. Auch bei ihrem Haus waren vergangene Woche die Elektriker zugange – „dabei ist mein Informationsstand, dass dieses Haus in spätestens drei Jahren abgerissen wird“. Generell verstehe sie nicht, „warum man ausgerechnet jetzt darauf kommt, das zu machen“.
Heidi Geisler, die den Geschäftsbereich Hausverwaltung bei der NHT leitet, bestätigt, dass geplant sei, die Häuser in den kommenden Jahren abzureißen. „Doch bis es so weit ist, wohnen dort noch Leute und kommen Besucher“, von Briefträgern ganz zu schweigen. Bei einer Begehung habe die neue Hausverwalterin festgestellt, „dass die Beleuchtung teilweise unzureichend ist“. Für die Neue Heimat sei es darum gegangen, „den Sicherheitsgedanken abzuwägen“, stellt Geisler klar. Und so habe man schlussendlich entschieden, im Eckbereich der Zugangswege zusätzliche Lampen zu montieren. „Natürlich auf möglichst günstige Weise per Aufputz-Installation, weil wir ja wissen, dass die Häuser abgerissen werden.“ Pro Haus koste das rund 200 bis 300 Euro, insgesamt seien etwa 15 Häuser betroffen. „Wenn wir dadurch verhindern können, dass sich beispielsweise jemand das Bein bricht, dann ist dieses Geld gut investiert“, ist Geisler überzeugt. Generell habe sich die NHT in letzter Zeit viel mit dem Thema Risikominimierung beschäftigt: „Wir wollen einfach, dass unsere Häuser sicher sind.“
Die Mieterin kann das zum Teil nachvollziehen, gibt der NHT aber noch eine Anregung mit auf den Weg: „Wenn man so etwas macht, sollte man die Mieter im Vorfeld zumindest kurz informieren.“
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