Ermittler: Charleston-Attentäter lebte in Welt mit Nazi-Symbolen

Charleston (South Carolina) (APA/AFP) - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter von Charleston, der am 17. Juni 2015 in einer afroameri...

Charleston (South Carolina) (APA/AFP) - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter von Charleston, der am 17. Juni 2015 in einer afroamerikanischen Kirche neun Menschen erschossen haben soll, haben die Ermittler von dem inzwischen 22-jährigen Angeklagten ein finsteres Bild gezeichnet.

Bei Dylann Roof seien ein Pulli mit dem Aufdruck „88“ als Abkürzung für „Heil Hitler“ und Tagebücher mit antisemitischen und homophoben Eintragungen gefunden worden, trugen die Ermittler am Montag vor dem US-Bundesgericht in Charleston vor. In Roofs Wagen sei damals eine handgeschriebene Liste mit sechs Kirchengemeinden gefunden worden, die vorwiegend von afroamerikanischen Gläubigen aufgesucht werden, sagte die Ex-Polizistin Brittany Burke. Auf der Liste stand demnach auch die Methodistenkirche, die Ziel des Anschlags wurde. Ferner seien eine Schusswaffe und acht Magazine mit Munition beschlagnahmt worden.

Roof hatte sich den Angaben zufolge im Juni 2015 in der Kirche unter die Teilnehmer einer Bibelstunde gemischt und dann um sich gefeuert. Der Pastor und acht Gemeindemitglieder wurden getötet. Roof wurde wenig später gefasst. Bei einem Schuldspruch muss der 22-Jährige mit der Todesstrafe rechnen. Auf das Angebot der Staatsanwaltschaft, im Tausch gegen ein Geständnis die Todesstrafe auszuschließen, ging er nicht ein.

Erneut ging es in dem Prozess auch darum, dass Roof die von ihm genutzte halbautomatische Waffe niemals hätte kaufen dürfen. Erst am 29. Juni 2015 sei er darüber informiert worden, dass Roof den erforderlichen Sicherheitstest nicht vorlegen konnte, sagte der Waffenverkäufer Ronald Thrailkill. Er habe sich an die übliche Drei-Tages-Frist gehalten, in der er von den Behörden keinen Warnhinweis erhalten habe. Roof erwarb die Waffe zwei Monate vor der Tat.