Lawrow kritisiert Montenegros Führung und EU-Politik
Podgorica/Moskau/Belgrad (APA) - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Dienstag die politische Führung von Montenegro und die EU-...
Podgorica/Moskau/Belgrad (APA) - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat am Dienstag die politische Führung von Montenegro und die EU-Balkanpolitik heftig kritisiert. Brüssel verlange von Serbien, sich zu verhalten wie ein Amtsträger Montenegros, der „alle seine Verpflichtungen und Versprechen verletzt und Russland verraten“ habe, erklärte Lawrow laut serbischen Medien bei einem Besuch in Belgrad.
Der russische Außenminister nahm am Dienstag an einer Tagung der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation in der serbischen Hauptstadt teil. Mit dem namentlich nicht genannten Amtsträger dürfte Montenegros Langzeitpremier Milo Djukanovic gemeint sein. Die Kritik erfolgte im Zusammenhang mit dem umstrittenen russischen humanitären Zentrum im südserbischen Nis. Die EU fordere von Serbien die Schließung des Zentrums, kritisierte Lawrow.
Das umstrittene von Russland geführte Zentrum ist offiziell eine Einrichtung, die in Notsituationen wie Überschwemmungen mit Personal und Ausrüstung Hilfe leisten soll. Kritiker vermuten dagegen, dass Russland in dem Zentrum, das in einer ehemaligen jugoslawischen Militäranlage errichtet wurde, eigentlich einen militärischen Stützpunkt betreibt. Die serbische Regierung hat derartige Spekulationen wiederholt zurückgewiesen.
Russland nimmt Montenegro dessen geplanten NATO-Beitritt übel. Moskau betrachtet dies als gegen Russland gerichteten Schritt, der zur weiteren Destabilisierung der euroatlantischen Sicherheit beitragen werde.
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