Fehlendes Geld gefährdet Fortschritte im Kampf gegen Malaria

London (APA/AFP) - Die Fortschritte im Kampf gegen Malaria werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch unzureichende Finanzzusagen d...

London (APA/AFP) - Die Fortschritte im Kampf gegen Malaria werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch unzureichende Finanzzusagen der internationalen Gemeinschaft aufs Spiel gesetzt. Die Zahl der Neuinfektionen sei aber zwischen 2010 und 2015 um 21 Prozent zurückgegangen und die Sterblichkeit bei Infizierten um 29 Prozent, bilanzierte die WHO in ihrem am Dienstag vorgestellten Malaria-Jahresbericht.

Eine „nachhaltige und ausreichende Finanzierung“ des Kampfes gegen Malaria bleibe dennoch eine „ernsthafte Herausforderung“. 2015 seien 2,9 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) in den Kampf gegen die Infektionskrankheit geflossen, erklärte die WHO. Dies seien „nur 45 Prozent der Finanzierungs-Zielmarke für 2020“. Bis dahin sollen 6,4 Milliarden Dollar für Maßnahmen gegen Malaria bereitstehen.

35 Prozent der Mittel im vergangenen Jahr stellten dem Bericht zufolge die USA zur Verfügung, 32 Prozent kamen aus Ländern, in denen es Malaria gibt. Großbritannien steuerte 16 Prozent der Finanzmittel bei.

Weltweit gab es vergangenes Jahr 212 Millionen Neuinfektionen mit Malaria und 429.000 Todesfälle. 90 Prozent der weltweiten Malaria-Fälle wurden in afrikanischen Ländern südlich der Sahara verzeichnet sowie 92 Prozent der Todesfälle. 43 Prozent der Menschen dieser Region sind laut WHO weiterhin nicht durch Moskitonetze oder Schutzsprays vor den Mücken geschützt, die Malaria übertragen.

Es gibt allerdings auch Fortschritte. Die Zahl der Kinder unter fünf Jahren in afrikanischen Ländern südlich der Sahara, die an Malaria sterben, sank auf „ihren niedrigsten Stand in der Geschichte“, erklärte der UN-Sonderbeauftragte für Malaria, Ray Chambers. Seit dem Jahr 2000 ging sie bis 2015 um 69 Prozent auf 303.000 Fälle.

Diese Entwicklung ist laut WHO vornehmlich darauf zurückzuführen, dass in den vergangenen drei Jahren fast 500 Millionen mit Insektiziden behandelte Moskitonetze verteilt wurden. Auch die Möglichkeiten der Diagnose und Behandlung von Malaria seien deutlich verbessert worden, hieß es in dem Bericht.