Schlag für Roms Bürgermeisterin: Umweltbeauftragte tritt zurück

Rom (APA) - Schon wieder neue Schwierigkeiten für die im Juni gewählte römische Bürgermeisterin Virginia Raggi: Ihre engste Vertraute, die U...

Rom (APA) - Schon wieder neue Schwierigkeiten für die im Juni gewählte römische Bürgermeisterin Virginia Raggi: Ihre engste Vertraute, die Umweltbeauftragte Paola Muraro, die die Müllentsorgungsprobleme in der Ewigen Stadt lösen sollte, ist zurückgetreten.

Muraro zog die Konsequenzen aus den Ermittlungen, welche die römische Staatsanwaltschaft wegen Amtsmissbrauchs und Verstoß gegen Umweltgesetze gegen sie aufgenommen hat. Sie habe die offizielle Benachrichtigung erhalten, dass gegen ermittelt werde, und trete daher zurück, erklärte Muraro. Die Vorwürfe gegen sie beziehen sich auf die Zeit ihrer Beratungstätigkeit für die städtische Müllentsorgungsgesellschaft A. Die Zuständigkeiten der Umweltbeauftragten übernahm Raggi interimistisch.

Die 38-jährige Raggi von der populistischen Protestbewegung „Fünf Sterne“ steht seit ihrem fulminanten Einzug als erste Frau in das Rathaus von Rom im Juni unter Druck. Im September reichten fünf ihrer wichtigsten Mitarbeiter ihren Rücktritt ein. Die Fünf Sterne-Bewegung um den Star-Kabarettisten Beppe Grillo verpflichtet ihre Mitglieder auf einem politischen Posten zum Rücktritt, sobald Ermittlungen gegen sie aufgenommen werden.

Der Posten des Umweltbeauftragten ist ein heikler Posten in Rom. Die Ewige Stadt leidet unter chronischen Problemen bei der Müllentsorgung. Die Müllkrise soll künftig auch mit Hilfe von Österreich bewältigt werden: Das Umweltministerium in Wien hat der Entsorgung von bis zu 70.000 Tonnen Abfall aus der Ewigen Stadt in österreichischen Anlagen zugestimmt. Bis Mitte Dezember beginnt der Transport des Mülls nach Österreich und nach Deutschland.