Familienbeihilfe - 249 Millionen Euro ins Ausland

Wien (APA) - Rund 249 Mio. Euro für 122.000 Kinder hat Österreich im Jahr 2015 an Familienbeihilfe ins Ausland gezahlt. Die Zahlungen sind s...

Wien (APA) - Rund 249 Mio. Euro für 122.000 Kinder hat Österreich im Jahr 2015 an Familienbeihilfe ins Ausland gezahlt. Die Zahlungen sind seit 2013 gestiegen, zeigen die Daten des Familienministeriums. Ressortchefin Sophie Karmasin (ÖVP) erhofft sich durch eine Anpassung ans jeweilige Zielland Einsparungen von gut 100 Mio. Euro.

Die EU-Kommission stellt sich allerdings gegen die ÖVP-Forderung nach einer „Indexierung“ der Familienbeihilfe für Kinder, die nicht mit ihren Eltern nach Österreich gekommen sind. Ein entsprechendes Papier wird am Dienstag nach der Kommissionssitzung im Europäischen Parlament in Straßburg vorgestellt. Karmasin bleibt aber dabei und will die Zahlungen „im Notfall“ auch im nationalen Alleingang und ohne Zustimmung der EU kürzen.

Aktuelle Daten, wie viel Österreich heuer für Kinder in EU-/EWR-Staaten gezahlt hat, gibt es noch nicht. 2013 waren es 192 Mio. Euro für rund 94.000 Kinder, 2014 dann 227 Mio. Euro für 111.000 Kinder und vergangenes Jahr schließlich 249 Mio. Euro für 122.000 Kinder.

Unterschieden wird in Kinder, für die die volle Familienbeihilfe gezahlt wurde (wenn z.B. die Familie in Ungarn lebt, der Vater in Österreich arbeitet und die Mutter nicht arbeitet) und solche, für die es eine Differenzzahlung auf das österreichische Niveau gab (z.B. Familie in Ungarn, Vater arbeitet in Österreich, Mutter arbeitet in Ungarn). In beiden Fällen steht zusätzlich der volle österreichische Kinderabsetzbetrag zu.

Die volle Familienbeihilfe gab es 2015 für über 31.700 Kinder (52,1 Mio. plus 21,2 Mio. Kinderabsetzbetrag), Ausgleichszahlungen für knapp 90.300 Kinder (115,3 Mio. Euro plus 60 Mio. Kinderabsetzbetrag).

Häufigstes Wohnsitzland der Kinder war 2015 Ungarn (64,7 Mio. Euro für 32.000 Kinder). Es folgen die Slowakei (59,7 Mio. Euro für 29.000 Kinder) und Polen (37 Mio. für 18.000 Kinder). Rund 27 Mio. Euro flossen nach Rumänien, je 17 Mio. Euro nach Slowenien und Tschechien und immerhin 6 Mio. Euro nach Deutschland. In Staaten außerhalb der EU bzw. des EWR wird keine Familienbeihilfe exportiert, da es keine diesbezüglichen Sozialabkommen gibt. Dies gilt beispielsweise für Kinder, die sich in der Türkei aufhalten.

Eine Aufschlüsselung nach den Berufen der Eltern gibt es laut Auskunft des Familienministeriums übrigens nicht.