Wiener Heumarkt-Areal 2 - Weinfeld-Entwurf blieb Grundlage

Wien (APA) - Das Gesamtprojekt ist nun nach seiner „Redimensionierung“ im Gesamtkonzept deutlich reduziert worden, lobte Vassilakou den neue...

Wien (APA) - Das Gesamtprojekt ist nun nach seiner „Redimensionierung“ im Gesamtkonzept deutlich reduziert worden, lobte Vassilakou den neuen Entwurf. Wobei sie betonte, dass dieser auf dem Konzept des Architekten Isay Weinfeld aufbaut, der die damalige Ausschreibung für sich entscheiden konnte. „Ich stehe zu Architekturwettbewerben und ihren Ergebnissen“, versicherte die Planungsstadträtin.

Die nunmehrige Einigung würde von allen Beteiligten getragen, zeigte sich die Ressortchefin erfreut. So bedeute dies etwa für den Eislaufverein eine Bestandsgarantie - mit einem Vertrag auf 99 Jahre. Er muss sich nach der Adaptierung jedoch mit einer geringfügig verkleinerten Eisfläche zufriedengeben, da nun die Wege breiter werden. An der geplanten Eishalle wurde jedoch nicht gerüttelt.

Sieben Monate im Jahr soll der Platz zu einem öffentlichen werden, wobei Vassilakou weitreichende konsumfreie Zonen versprach. Das Konzerthaus wiederum wird, wie dessen Präsident Christian Konrad heute befand, durch die Neugestaltung des Areals sichtbarer. Diese werde, so betonte er, auch die Wiedereröffnung des Seiteneingangs ermöglichen.

Projektbetreiber Michael Tojner musste zumindest aus wirtschaftlicher Sicht Abstriche machen, wie er heute eingestand: „Das Projekt ist schlechter geworden, überhaupt keine Frage.“ Der Turm wird drei Geschoße weniger haben, die auf Wohnungen entfallende Fläche reduziert sich um 24 Prozent. Das Intercont wird an, wie es hieß, leicht veränderter Position neu errichtet.

Gegenüber dem ursprünglichen Projekt sind es nun zwei Hotelgeschoße weniger, der Grundriss wurde ebenfalls verändert. Allerdings: Bei bei einer Umsetzung des Erstprojekts wäre von der Nobelherberge ebenfalls nicht viel übrig geblieben. Nur zehn bis 15 Prozent von der Gebäudesubstanz hätte man erhalten, wie Tojner ausführte.

Er bezifferte die Investitionssumme heute mit 250 bis 300 Mio. Euro. Der Baubeginn wird laut dem Wertinvest-Chef nicht vor 2019 erfolgen. Er versprach, ein langfristiger Partner zu sein - und nicht nur Investor. Auch an die städtebaulichen Verträge, mit denen die nun erzielte Vereinbarung besiegelt wurde, werde man sich „selbstverständlich“ halten.

Einen „Plan B“ gibt es nicht, wie heute sämtliche Beteiligten versicherten. Vassilakou zeigte sich zuversichtlich, dass nicht nur der Architektur-Fachbeirat, sondern auch die UNESCO eine freundlichere Bewertung vornehmen wird. „Nur eine lebendige, prosperierende Stadt kann ihr kulturelles Erbe schützen“, ersuchte sie um eine wohlwollende Beurteilung. Gespräche mit der UNESCO würden bereits geführt, berichtete sie. Zudem wurde die mittelfristige Erstellung eines Managementplans zum Weltkulturerbe in Aussicht gestellt.

Auch Bürgermeister Häupl wollte nicht darüber spekulieren, was geschehen würde, falls der Innenstadt das Prädikat Weltkulturerbe tatsächlich aberkannt wird. Er gehe auch nicht davon aus, dass dies geschehen werde. Er stehe jedenfalls „absolut“ zum geänderten Projekt, versicherte er.