Slowenischer Präsident besucht am Donnerstag Erdogan in der Türkei

Ljubljana (APA) - Während die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag beim EU-Gipfel über den richtigen Umgang mit der Türkei streiten,...

Ljubljana (APA) - Während die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag beim EU-Gipfel über den richtigen Umgang mit der Türkei streiten, wird der slowenische Präsident Borut Pahor in Ankara Präsident Recep Tayyip Erdogan besuchen. Er wolle bei seiner zweitägigen Reise für die Stärkung des angeschlagenen Vertrauens zwischen EU und Türkei werben, erklärte Pahor am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Ljubljana.

Er habe die Einladung Erdogans nach „gründlicher Überlegung“ angenommen, so der slowenische Präsident. Obwohl derzeit eine heikle und kontroverse Zeit sei, halte er es „für alle Seiten wichtig, dass ein konstruktiver Dialog erhalten wird“. „Für eine sichere und friedliche Zukunft braucht die EU die Türkei und die Türkei braucht die EU“, betonte Pahor, der sich klar gegen den Abbruch der Beitrittsverhandlungen, wie er von Österreich gefordert wird, aussprach. Angesichts der zahlreichen Konflikte in der Region, könne es sich die EU aus strategischer Sicht nicht erlauben, ohne „ganz klare Gründe“ und nur wegen eines angeschlagenen Vertrauens den Dialog und die Beitrittsverhandlungen abzubrechen.

Er sei sich bewusst, dass einige Länder Bedenken hätten, erklärte Pahor. „Doch was ist die Alternative“, verteidigte er seinen Besuch. Wenn man den Dialog abbreche, werde sich die Türkei geostrategisch und weltanschaulich von Europa abwenden, so Pahor. Die direkte Folge wäre eine neue Flüchtlingswelle nach Europa. Slowenien, das auf der sogenannten Westbalkanroute liegt, habe „ein vitales und strategisches Interesse“, dass die Gespräche zwischen der EU und der Türkei fortgesetzt werden, sagte er.

Pahor übte auch Kritik an Ankara. „Der Putschversuch kann keine Ausrede sein, um vom demokratischen Weg abzukommen“, betonte er, zeigt sich aber zuversichtlich, dass die Türkei „die Kräfte für eine innenpolitische Versöhnung, für die Rückkehr zu demokratischen Prozessen und zum europäischen Weg sammeln“ könne.