Osttirol

TVB sammelt Spenden für Lienzer Bergbahn

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Die Verluste der Lienzer Bergbahnen ruinieren regelmäßig die Bilanzen des Mehrheitseigentümers TVB. Nun will der TVB nach dem Vorbild der „Tilliacher Million“ Firmen und Private als Geldgeber gewinnen.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Die Lienzer Bergbahnen AG wird immer mehr zum Sorgenkind ihrer Eigentümer. Sie gehört zu etwas mehr als 50 Prozent dem Tourismusverband Osttirol, etwas weniger Anteile hält die Stadt Lienz. Der laufende Betrieb der beiden Skigebiete Hochstein und Zettersfeld lässt sich aus den Einnahmen bestreiten. Doch für jede neue Investition müssen die Eigentümer Geld nachschießen, zuletzt für die Beschneiungsanlage am Zettersfeld.

In der jüngsten TVB-Generalversammlung trat das Ausmaß der Probleme zu Tage. In der TVB-Bilanz von 2015 scheinen außerordentliche Abschreibungen von fast 700.000 Euro auf. Dies, weil die Bergbahn-Aktien im Zuge des Zuschusses für den Schneiteich abgewertet werden mussten. „Diese außerordentlichen Abschreibungen treffen uns in unserer Bilanz sehr“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Werner Frömel. „Und es ist zu befürchten, dass das in den kommenden Jahren nicht anders sein wird.“ Die Abschreibungen bedeuten zwar keinen realen Geldverlust, reduzieren aber Vermögen und damit Eigenkapital und bringen die TVB-Bilanz so in eine Schieflage.

TVB-Obmann Franz Theurl ließ mit dem Vorschlag aufhorchen, sich Obertilliach zum Vorbild zu nehmen, sprich, die „Tilliacher Million“. Dort hatte die Liftgesellschaft für eine neue Bahn in der Bevölkerung gesammelt. Hotels, Betriebe und Privatleute hatten sich mit Summen zwischen 500 Euro und weit über 100.000 Euro beteiligt, 130 der insgesamt 180 Haushalte machten mit. „Wenn das in einem 700-Seelen-Dorf gelingt, sollten wir das auch zustande bringen“, appelliert Theurl. Er greift damit einen Vorschlag des Hoteliers und ehemaligen Tourismusfunktionärs Pepi Kreuzer auf, der vor Jahren ein solches Projekt für den Ausbau des Hochstein machen wollte.

Konkret wollen die Touristiker in nächster Zeit auf die Wirtschaftstreibenden im Lienzer Talboden zugehen und die Bereitschaft für eine Geldspende ausloten. Im Gegensatz zu Obertilliach wird es mit einer Million in Lienz jedoch nicht getan sein. Nächstes großes Vorhaben ist die Erneuerung der Zettersfeld-Gondelbahn. „Je nach Variante kostet das von drei Millionen Euro aufwärts“, sagt Werner Frömel.

Der Jahresabschluss wurde trotz der außerordentlichen Abschreibungen für die Bergbahnen von der Vollversammlung abgesegnet. Laut Frömel hatte der zuständige Wirtschaftsprüfer nichts zu beanstanden.

Im Jahr 2017 verfügt der TVB über ein Budget von knapp acht Millionen Euro. 26 Prozent davon sind für das Marketing vorgesehen.

Neue Logos sind unerwünscht

Das Osttirol-Logo soll so bleiben, wie es schon seit 25 Jahren ist. Darauf pochte Tourismusverbands-Obmann Franz Theurl bei der Generalversammlung. „Die Tirol Werbung hat zwei Vorschläge für ein neues Logo ausgearbeitet. Aber ich sehe keinen Sinn darin, irgendetwas zu ändern", sagte Theurl zu den versammelten Verbandsmitgliedern. „Wir haben unsere Identität damit aufgebaut und werden es auf keinen Fall aufgeben." Laut einer Studie der Österreich Werbung liege Osttirol in Deutschland bei der Bekanntheit von Urlaubsregionen auf Platz 11, noch vor der Zugspitz Arena oder St. Anton. Die Zusammenarbeit mit der Tirol Werbung beim Marketing könne für Deutschland und die Schweiz funktionieren, doch für alle anderen Zielgruppen müsse Osttirol als eigenständiges „zehntes Bundesland" auftreten, meint der Obmann.

Landtagsabgeordneter Hermann Kuenz (VP), der als Vertreter des Landes zur Versammlung gekommen war, ortet in diesen Bestrebungen nach Eigenständigkeit Kritik an der Tirol Werbung und damit indirekt am Land Tirol. Das sei verwunderlich, denn das Land zeige sich doch sehr großzügig. „Nur noch in Osttirol fördert das Land Liftprojekte. Und es gibt schon wieder neue Förderzusagen über insgesamt 300.000 Euro für Projekte." Dann verwies Kuenz noch einmal auf das, was schon LH Günther Platter klargestellt hatte. „Förderungen gibt es künftig nur noch für konkrete Projekte, und diese müssen belegt und ordnungsgemäß abgerechnet werden." (co)