Frankfurter Börse
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Tag vor der Leitzinsentscheidung in den Vereinigten Staaten wieder an seine Rally der verga...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX hat am Tag vor der Leitzinsentscheidung in den Vereinigten Staaten wieder an seine Rally der vergangenen Wochen angeknüpft. Zum ersten Mal in diesem Jahr gelang dem deutschen Leitindex am Dienstagnachmittag der Sprung über die Marke von 11.300 Punkten, den Handel beendete das Börsenbarometer schließlich mit plus 0,84 Prozent bei 11.284,65 Zählern. Seit seinem Zwischentief bei rund 10.400 Punkten Anfang des Monats stieg der DAX damit um insgesamt 8,5 Prozent.
Der MDax der mittelgroßen Werte schloss am Dienstag mit plus 0,78 Prozent auf 21.769,54 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit Anfang September. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,19 Prozent auf 1.750,09 Punkte nach oben.
Dass die Notenbank Fed den Leitzins in den USA an diesem Mittwoch voraussichtlich anhebt, gelte als ausgemachte Sache und werde aus Sicht der Aktienmärkte inzwischen als gutes Zeichen gesehen, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Allerdings warnte er vor einer „womöglich letzten großen Börsenüberraschung in diesem Jahr“, falls Fed-Chefin Janet Yellen den Leitzins gleich um 50 statt der erwarteten 25 Basispunkte hochsetzen sollte. „Die Börsen lagen in diesem Jahr mehrmals falsch“, schrieb Stanzl. Er hält das Tempo der DAX-Gewinne für problematisch: „Acht Prozent in acht Tagen - in diesem Tempo kann und wird es nicht weitergehen.“
Unter den Einzelwerten zählten die Aktien der Deutschen Bank zu den Spitzenwerten im DAX mit plus 1,28 Prozent. Eindeckungen von Leerverkäufen sowie Investments, die auf eine nachhaltige Zinswende setzten, seien die Hauptgründe, sagte Sven Kleinhans, Managing Partner bei Momentum Institutional. Händler Andreas Lipkow sieht mit Blick auf das Gesamtjahr und die anstehende Zinsentscheidung in den USA zudem Nachholbedarf für den Bankensektor. Die Papiere der Commerzbank hingegen büßten 0,96 Prozent ein. „Hier ist immer noch die Frage nach einem zukünftig tragfähigen und margenstarken Geschäftsbereich offen“, sagte Lipkow.
Die RWE-Aktien als Schlusslicht büßten nach einem Kommentar der Bank Barclays 1,68 Prozent ein. Diese erwartet für das bei dem Versorger verbliebene Geschäftsfeld der konventionellen Stromerzeugung in den kommenden zwei Jahren deutlich sinkende operative Gewinne.
Im MDax waren die Südzucker-Papiere nach einer Kaufempfehlung des Bankhauses Lampe mit plus 4,91 Prozent Spitzenreiter. Zu den Top-Werten im TecDax zählten die von Nordex mit plus 1,83 Prozent. Der Windkraftanlagenbauer zog im wichtigen Wachstumsmarkt USA einen Großauftrag an Land. Nach der Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten in den USA hätten sich die Anleger um den US-Windmarkt Sorgen gemacht, erinnerte ein Börsianer.
Nach einer Anteilsplatzierung rutschten die Papiere von Scout24 im SDax um 6,39 Prozent ab. Der Finanzinvestor Hellman & Friedman sowie die Deutsche Telekom trennten sich von Aktien.
~ ISIN DE0008469008 ~ APA575 2016-12-13/18:44
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