Zwei weitere Beitrittskapitel mit Serbien in Brüssel eröffnet
Belgrad/EU-weit (APA) - Brüssel hat am Dienstagnachmittag zwei weitere Beitrittskapitel - Öffentliches Auftragswesen (5) und Wissenschaft un...
Belgrad/EU-weit (APA) - Brüssel hat am Dienstagnachmittag zwei weitere Beitrittskapitel - Öffentliches Auftragswesen (5) und Wissenschaft und Forschung (25) - mit Serbien eröffnet. Bei einer Pressekonferenz in Belgrad am Abend hat Serbiens Premier Aleksandar Vucic unterdessen die erneute Blockade der EU-Annäherung Belgrads durch Kroatien scharf kritisiert.
Kroatien sei der einzige EU-Staat gewesen, der keine Zustimmung für die Eröffnung eines weiteren Beitrittskapitels - jenes zu Bildung und Kultur (26) - erteilt habe, präzisierte der Premier. Auch wollte er dem heutigen Treffen in Brüssel nicht beiwohnen, nachdem er am Montag von Vertretern Kroatiens keine Begründung für diese Haltung erhalten habe. Vucic hatte am Montagabend seinen geplanten zweitägigen Aufenthalt in Brüssel unterbrochen und war nach Belgrad zurückgekehrt.
Serbien wolle keine Konflikte haben, sei aber kein Land, das zulassen werde, von jemandem erniedrigt und getreten zu werden, sagte Vucic wiederholt. Seine Regierung werde den EU-Weg des Landes fortsetzen, den nationalen und staatlichen Interessen Rechnung tragend.
Laut Belgrader Medienberichten beziehen sich die Einwände Kroatiens auf die Lage der kroatischen Minderheit in Serbien bzw. das Bildungssystem. Vucic sagte unter Berufung auf Vertreter der kroatischen Minderheit, dass in diesem Bereich mittlerweile „große Fortschritte“ erzielt worden seien. Die kroatische Minderheit hat nach seinen Worten die beantragten Bücher für die ersten acht Volksschulklassen erhalten. Derzeit würden entsprechende Bücher für Mittelschulen vorbereitet.
Zagreb hatte im Frühjahr wochenlang die Eröffnung der Kapitel 23 und 24 mit Serbien blockiert. Sie wurden schließlich im Juli geöffnet. Brüssel hat somit sechs Beitrittskapitel mit Belgrad geöffnet, wobei eines, Kapitel 25, heute gleich vorläufig geschlossen wurde.
Kommentare