Schwimmen mit Walhaien: Kritik an „Miss Universe“-Organisatoren
Umweltschützer kritisieren den Ausflug der Kandidatinnen auf den Philippinen im Vorfeld des Wettbewerbs scharf. Walhai-Tourismus sei schädlich für die gefährdeten Tiere.
Manila - Umweltschützer haben die Organisatoren der Wahl zur „Miss Universe“ auf den Philippinen für eine Schwimmaktion mit bedrohten Walhaien kritisiert, da sie den Tieren schade. Am Dienstag tauchte ein Foto auf, das Kandidatinnen zeigt, wie sie lächelnd und winkend auf Booten auf dem Weg zu dem Schwimmausflug vor der Insel Cebu sitzen. Auf den Philippinen findet 2017 die „Miss Universe“-Wahl statt.
Umweltgruppen kritisieren seit jeher das Schwimmen mit Walhaien, das in der Gegend auch als Touristenattraktion angeboten wird. Sie fürchten, dass die Tiere vom Füttern durch Menschen abhängig werden. Die Nähe zu den Menschen könnte die Fische außerdem zur leichten Beute von Wilderern machen oder dazu führen, dass sie sich an Booten verletzen.
Wenn nun die Veranstalter des „Miss Universe“-Wettbewerbs solche Ausflüge machten, werde dadurch eine „schlechte Tourismuspraxis“ propagiert, sagte Vince Cinches von Greenpeace Südostasien. „So sagen wir der Welt, dass es okay ist, das zu tun.“
Auch die Organisation Marine Wildlife Watch übte scharfe Kritik. „Das ist unverantwortlich und unhaltbar“, sagte ihr Vorsitzender AA Yaptinchay. Auf diese Weise werde die „Umwelt für ein Selfie geopfert“. Er drängte die philippinische Regierung dazu, Richtlinien festzulegen, die einen Mindestabstand von drei Metern zu den Fischen und ein Berührungsverbot vorsehen.
Der Ausflug der Schönheiten zu den Walhaien war mit Hilfe der örtlichen Behörden organisiert worden und diente dem Ausloten von Wettbewerbsorten. Für die Gemeinde ist der Walhai-Tourismus auch eine wichtige Einnahmequelle. (APA/AFP)
Kommentare