Actelion verhandelt mit neuem Interessenten - Sanofi kolportiert

New York (APA/Reuters/sda) - Ein Kaufinteressent geht, ein neuer kommt: Der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) gibt seine Pläne auf, das Sch...

New York (APA/Reuters/sda) - Ein Kaufinteressent geht, ein neuer kommt: Der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) gibt seine Pläne auf, das Schweizer Biotech-Unternehmen Actelion zu übernehmen. J&J teilte seinen Rückzug am Dienstagabend mit. Kurz darauf gaben die Schweizer bekannt, mit einem anderen Unternehmen in Gesprächen über eine „strategische Transaktion“ zu sein.

Den Namen des neuen Interessenten nannte Europas größtes Biotechunternehmen aber nicht. Laut einem Medienbericht konkretisiert sich das Angebot des französischen Sanofi-Konzerns.

Mit J&J hatte Actelion Insidern zufolge über eine Übernahme im Volumen von rund 27 Mrd. Dollar (25,5 Mrd. Euro) verhandelt. Beide Seiten fanden aber nicht zueinander: Die Gespräche seien beendet worden, teilte der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern mit. Es sei nicht möglich gewesen, zu einer Vereinbarung zu kommen, die für die J&J-Aktionäre einen Mehrwert bedeutet hätte.

Einem Insider zufolge äußerte sich Actelion gegenüber J&J zuversichtlich, ein Offert zu bekommen, die deutlich über den etwa 250 Franken (233 Euro) pro Aktie liege, die J&J biete. Zudem habe es unterschiedliche Auffassungen zur Struktur einer Übernahme gegeben. J&J hatte Medienberichten zufolge ein erstes Angebot von 246 Franken je Aktie erhöht, um sich die Zustimmung von Actelion zu sichern.

Actelion erklärte nun, den Rückzug von J&J zur Kenntnis zu nehmen. Zugleich hieß es, Actelion sei in Gesprächen mit einer „anderen Partei“. Ob dies zu einem Abschluss führe, sei aber noch offen.

Vor rund einer Woche hatte die Agentur Bloomberg berichtet, auch der französische Pharmakonzern Sanofi sei an der hochprofitablen Firma aus der Schweiz interessiert. Wie das „Wall Street Journal“ (WSJ) nun berichtet, wollen die Franzosen insgesamt bis zu 30 Mrd. Dollar auf den Tisch legen. Offen sei aber, wie die Transaktion genau aussehen soll.

Marktgerüchten zufolge soll es weitere Interessenten für Actelion geben. Genannt wurden schon Roche, Novartis und Pfizer. Novartis hatte sich jedoch unlängst selber aus dem Rennen genommen. „Wir haben immer wieder gesagt, dass wir uns auf ergänzende Akquisitionen im Rahmen von 2 bis 5 Milliarden Dollar konzentrieren“, hatte Novartis-CEO Joe Jimenez in einem Interview gesagt.

Als ein Schlüsselfaktor für eine Übernahme gilt die Haltung von Actelion-Chef Jean-Paul Clozel. Der 61-jährige Kardiologe, einer der Firmengründer und größten Aktionäre, war in der Vergangenheit ein entschiedener Verfechter eines eigenständigen Kurses. Der Ausstieg von J&J zeigt, dass er mit harten Bandagen kämpft. Dabei entspräche ein Offert von 27 Mrd. Dollar bereits einem Aufschlag von rund 60 Prozent im Vergleich zum Firmenwert vor dem Aufkommen der Übernahmespekulationen.

~ ISIN US4781601046 WEB http://www.jnj.com/connect/ ~ APA060 2016-12-14/08:48