US-Professorin erhielt nach Anti-Trump-Tiraden Morddrohungen

Los Angeles (APA/AFP) - Eine Psychologie-Professorin in Kalifornien hat sich mit Schimpftiraden gegen die Wahl von Donald Trump zum US-Präsi...

Los Angeles (APA/AFP) - Eine Psychologie-Professorin in Kalifornien hat sich mit Schimpftiraden gegen die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten Morddrohungen eingehandelt - und ist nun vorerst abgetaucht. Die zuständige Hochschullehrervereinigung teilte am Dienstag mit, die Dozentin Olga Perez Stable Cox habe inzwischen mehr als tausend Mails erhalten, die sich auf ihre Kritik am Wahlsieg Trumps beziehen.

Cox hatte die Wahl Trumps als „Terrorakt“ bezeichnet, eine Videoaufzeichnung ihrer Äußerungen im Hörsaal wurde am 6. Dezember von den Jungen Republikanern veröffentlicht. Cox habe Kalifornien verlassen, berichtete die Zeitung „Orange County Register“. Der Vorsitzende der Hochschullehrervereinigung, Rob Schneiderman, zitierte aus einer der Mails: „Wenn Sie Kommunismus haben wollen, dann gehen Sie doch nach Kuba.“ Bei ihrer Rückkehr müsse sie damit rechnen, eine „Kugel in den Kopf“ zu bekommen. In einer anderen Mail wurde Cox als „Verrückte“ bezeichnet. Zudem wurde ihr gedroht, dass ihre Adresse publik gemacht werde.

Der Video-Mitschnitt der Hörsaal-Äußerungen war eigentlich unzulässig. Möglicherweise muss der Verantwortliche mit einer Verfolgung rechnen. Auf dem Video ist zu sehen, wie Cox beklagt, die USA seien nach der Wahl eine „gespaltene Nation“. Sie finde es „beängstigend“, dass die Verantwortlichen - die Wähler Trumps - „unter uns leben“.

Die USA befänden sich in einem Zustand „wie in den Zeiten des Bürgerkriegs“ im 19. Jahrhundert, sagte Cox. Die Jungen Republikaner sammeln inzwischen Unterschriften für eine Entlassung der Dozentin, auf dem Campus der Hochschule werden aber auch Unterstützer-Demonstrationen für Cox veranstaltet.