Casinos Austria - Einstieg des Rivalen Novomatic kommt ins Rollen

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Der Einstieg des niederösterreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic bei den teilstaatlichen Casinos Austria n...

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Der Einstieg des niederösterreichischen Glücksspielkonzerns Novomatic bei den teilstaatlichen Casinos Austria nimmt Gestalt an. Am heutigen Mittwoch soll die Casinos-Aktionärin Maria Theresia Bablik ihren rund 17-prozentigen Anteil an Novomatic abgeben. Dazu finden heute Hauptversammlungen der Casinos Austria und der Casinos-Austria-Eigentümerfirma Medial statt.

Novomatic muss im Gegenzug Anteile an der Casinos-Tochter Lotterien abgeben - und zwar an die tschechische Sazka-Gruppe, hinter der die Milliardäre Karel Komarek und Jiri Smejc stehen. Novomatic hält derzeit 24,9 Prozent an den Lotterien, darf aber maximal nur 25 Prozent besitzen. Da die Casinos Austria 68 Prozent an den Lotterien halten, würde Novomatic mit dem Erwerb des Bablik-Casinos-Pakets wettbewerbsrechtlich durchgerechnet auf zu viele Lotterien-Anteile kommen.

Am Ende soll Novomatic 17,2 Prozent an den Casinos und 11,5 Prozent an den Lotterien halten. Die Tschechen sollen auf 38 Prozent an den Casinos kommen.

Die tschechische Gruppe und Novomatic hatten sich lange einen Bieterkampf um die Macht bei den Casinos geliefert. Zu Jahresbeginn einigten sie sich schließlich, gemeinsam vorgehen zu wollen. Ende August untersagte jedoch das Kartellgericht das Vorhaben, jetzt liegt das Ganze beim Obersten Gerichtshof (OGH).

Neben der außerordentlichen Hauptversammlung kommt heute auch der von Walter Rothensteiner geführte Aufsichtsrat der Casinos Austria zusammen. Ursprünglich wäre geplant gewesen, dass dieser heute über die Verlängerung der Casinos-Chefs Karl Stoss und Dietmar Hoscher entscheidet. Ihre Verträge laufen Ende 2017 aus. Wegen der schwebenden Eigentümersituation will Rothensteiner über die Personalfrage jedoch erst im März befinden lassen - der Aufsichtsrat dürfte diesen Vorschlag heute absegnen.

Mit dem Eigentümerwechsel bei den Casinos dürfte sich auch die Zusammensetzung des Aufsichtsrats ändern. Ob Stoss, auch Präsident des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), seinen Posten als Casinos-Chef behalten wird, wurde in Branchenkreisen zuletzt bezweifelt. Hoscher und Stoss sind Insidern zufolge seit längerem über Kreuz.

Der Bablik-Deal sowie die Vertagung der Personalfrage dürften am Nachmittag offiziell bekanntgegeben werden.

~ WEB http://www.casinos.at

http://www.novomatic.com ~ APA096 2016-12-14/09:53