Eingestellte Buslinie lässt die Wogen in Buch hochgehen
BM Otto Mauracher kündigte eine Sonderlinie für Schulkinder zum Jenbacher Bahnhof. Die Eltern gehen auf die Barrikaden.
Von Josef Lackner
Buch i. T. –Aufmarsch von Eltern und Schülern bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag in Buch: Sie wollten nämlich wissen, was mit ihrem Bus passiert ist. Gegen Ende der Budgetsitzung wollte GV Markus Mayr die näheren Umstände zur Buseinstellung für Schüler weiterführender Schulen zum Bahnhof Jenbach erfahren. Die besorgten Eltern machten dabei ihrem Ärger Luft.
Seit sieben Jahren gibt es die von der Gemeinde bei den Zillertaler Verkehrsbetrieben bestellte Sonderlinie, die ab 6.34 Uhr etwa zehn Schüler von Buch zum Jenbacher Bahnhof bringt, wo sie im Anschluss die Züge in Richtung Innsbruck, Unterland oder Zillertal benutzen. Kommt es zur Einstellung, müssen die Kinder den VVT-Linienbus ab dem Bucherwirt nach Jenbach um 6.09 nehmen, wo die Ankunft um 6.14 aus Sicht der Schüler und Eltern viel zu früh erfolgt. „Das heißt, eine Dreiviertelstunde in Jenbach auf einen geeigneten Zug oder eine halbe Stunde in Innsbruck auf den Schulbeginn zu warten, beides eine schlechte Lösung“, sagte eine Mutter. Eine Schülerin sprach von der Belastung des frühen Aufstehens, da abends noch Hausaufgaben zu erledigen seien. Besonders kritisiert wurde, dass die Eltern von der Einstellung „durch die Hintertür“ und nicht von der Gemeinde erfahren mussten.
GV Mayr warf dem Bürgermeister vor, die Kündigung der Linie bereits im Oktober im Alleingang gemacht zu haben. Laut BM Otto Mauracher habe sich durch die neuen Zugfahrpläne zeitlich alles nach vorne geschoben. „Wenn dann etwas nicht funktioniert, sollte schon der VVT für eine bessere Abstimmung sorgen. Es kann nicht Aufgabe der Gemeinde sein, zusätzlich zu den Zahlungen an den VVT auch noch eigene Buslinien zu finanzieren. Es geht hier immerhin um 10.000 Euro im Jahr“, so der Ortschef. Er verwies auf die seitens des VVT in Aussicht gestellten Gespräche und mögliche Nachbesserungen.
„Im Jänner kommen Verantwortliche des VVT in die Gemeinde, wo versucht werden soll, die Busabfahrten an die Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen. Bis dorthin wird die Sonderlinie wie bisher auf Kosten der Gemeinde verkehren“, teilte Mauracher auf TT-Anfrage gestern mit. An den drei „vertragslosen“ Tagen seit Fahrplanwechsel ist der „Zillertaler“ auf eigene Kosten gefahren.
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