Volleyball

36 Stunden Busreise und zwei Satzsiege entfernt

Freudiges Ringelreihen nach dem 3:1-Sieg im Europacup: Die VC-Tirol-Volleyballerinnen jubelten mit einem Schulterschluss.
© Kristen

Die VCT-Spielerinnen feierten ihren ersten Europacupsieg und blicken vor dem Rückspiel nächsten Mittwoch bereits in die nächste Runde.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –„Was sagt ihr nun?“ VCT-Obfrau Therese Ach­ammer blickte freudig strahlend und rhetorisch fragend in die Runde. Erstmals war es ihren Volleyballerinnen gelungen, einen Europacupsieg einzufahren, einen 3:1-Erfolg über Luka Bar (MNE). Vor fünf Jahren setzte es zwei 0:3-Niederlagen gegen den VFB Suhl (GER), 2012 auch gegen den SC Ankara (TUR). „Ich bin so stolz auf alle“, schwärmte die 74-jährige Vereinschefin am Dienstagabend und lobte besonders Aufspielerin Lauren Moncks: „Sie hat die Zähne zusammengebissen und damit alle mitgerissen.“ Die Kanadierin war trotz Bänderriss im Knöchel angetreten und hatte sich außer Tape und Schiene am Fuß kaum was anmerken lassen.

Freudig schlug Achammer auch mit Trainer Jean-Michel Roche ein. Der Franzose lächelte mit Genugtuung: „Das erste Mal konnten die Spielerinnen genau das befolgen, was ich ihnen gesagt habe.“ Überrascht sei er vom CEV-Cup-Ergebnis selbst ein bisschen gewesen, immerhin wären die Montenegrinerinnen in der höherklassigen Champions League nur knapp ausgeschieden und hätten gut gespielt. „Jetzt genügen uns zwei Satzerfolge, um aufzusteigen, aber wir werden natürlich auf Sieg spielen“, blickte Roche bereits in Richtung kommenden Mittwoch und Rückspiel in Luka Bar.

Bis dahin steht den VCT-­Damen allerdings noch einiges bevor: Aufspielerin Moncks muss eine Zwangspause einlegen, um wieder aufspielen zu können, und die Reise an den südlichen Küstenanteil Montenegros hat es in sich. Statt wie ihre Gegnerinnen per Flugzeug (über München) anzureisen, fährt der VCT mit dem Reisebus. 18 Stunde­n lang. „Das ist die billigste Variant­e“, rechtfertigte Obfrau Achammer. Eine Nachtfahrt und zwei Sitzplätze für eine Spielerin klingen nur bedingt nach Luxus – zumal man Mittwochnacht den­selben Weg wieder retour muss.

Die Saisonziele haben sich jedenfalls innerhalb von knapp zwei Stunden relativiert. Bis Dienstag 19:59 Uhr lagen die Prioritäten noch auf der Bundesliga. Nach dem Sieg blickte die Obfrau bereits in Richtung nächster EC-Runde. Dort würde das polnische Team Budowlani Lodz warten. „Der Spieltermin wäre Mitte Jänner. Da geht es ohnehin schon rund – mit zwei Doppelrunden und dem Derb­y“, stöhnte Achammer. An einem möglichen neuen Vereinshit hat man dennoch bereits Gefallen gefunden: VCTheo, wir fahren nach Lodz!