EBEL

Beim HCI ist ein Blick in den Rückspiegel gefragt

HCI-Vorstandsmitglied Norbert Ried.
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Nach drei Niederlagen in Serie ist bei den Haien in der Erste Bank Eishockey Liga ein bisschen Feuer am Dach. Morgen geht’s nach Villach.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Nach zwei Selbstfallern gegen den KAC (3:4) und Fehervar (4:5) – zwei Spiel­e, die bei Zwei-Tore-Führungen und klarem Chancenplus nicht verloren hätten werden dürfen – folgte die 1:4-Heimniederlage gegen Znojmo als Strafe auf den Fuß. Es wurde laut in der Tiwag-Arena.

Was in der Kabine passiert, bleibt in der Kabine. Die Wände haben nach der Znojmo-Partie und einer feurigen Ansprache von Headcoach Rob Pallin aber anscheinend ganz schön gewackelt. Die defensiven Schwächen, die sich u. a. in der Person von Goalie And­y Chiodo manifestieren, sind dem Amerikaner ein Dorn im Auge. Und da hilft es zum Teil eben wenig, dass die ersten beiden Sturmreihen (Bishop-Spurgeon-Lammers und Lamoureux-Clark-Smith) seit Saisonbeginn in der mit Linz besten Offensive (beide Teams halten bei 113 Treffern) wie am Schnürchen knipsen. Der Teufel scheint gegenwärtig wieder in der Kader-Breite zu stecken. Und darin, dass etwas weniger Kunst eben mehr (Punkte) bedeuten könnte. 105 Gegentore sind Ausdruck kollektiver Defensivschwächen und zu viel.

Dass nach Fehervar auch Znojmo des Öfteren ein „Icing“ (unerlaubter Befreiungsschuss) und somit Bull­y im eigenen Drittel in Kauf nahm, ist legitim. „Sie haben uns clever ausgespielt“, notierte auch Vorstandsmitglied Norbert Ried, dass der tschechische Vizemeister klug auf Konter gelauert hat. Und so setzte es nach acht Heimsiegen in Serie plötzlich zwei Niederlagen hintereinander.

Die Haie halten nach 30 Runden mit 50 Punkten auf Platz fünf. „Wir sind immer noch viel besser, als jeder gehofft hat“, fordert deswegen Ried die nötige Ruhe. Zur Torhüterdiskussion stellt er fest: „Im Moment wird es keinen neuen Goalie geben.“ Heißt, dass Pallin Chiodo stärken muss. Es ist ohnehin paradox, dass sich der Blick ins Gehäuse richtet. Denn neben Vorgänger Adam Munro war auch Chiodo im Vorjahr mehr gefeierter Held als fragwürdige Personalie. Die Statistik (mit einer Fangquote von 90,3 Prozent nur Platz 14) stellt ihm kein allzu gutes Zeugnis aus.

Das viel zitierte Motto kann vor dem morgigen Gastspiel bei Tabellennachbar Villach und mit geschmolzenem Vorsprung auf Platz sieben (sechs Punkte auf Znojmo) nur lauten: „Gemeinsam sind wir stark.“ Dafür wird es womöglich auch mehr Entlastung und Eiszeit aus den hinteren Reihen benötigen. Bei aller Kritik war die Saison aber bislang viel zu gut, um einen „Schwarzen Peter“ zu suchen und unnötig Öl ins Feuer zu gießen. Vor acht Tagen wurde z. B. noch Meister Salzburg mit 7:0 abgeschossen.

Eines ist klar: Die Haie müssen das Momentum zurückgewinnen. Mit kollektiver Kampfkraft. Und bei allem Vorwärtsdrang auch mit Blick in den Rückspiegel.