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Fälschungen kosten 790.000 Jobs in EU

In Österreich ist laut der EU-Studienreihe vor allem die Sportartikelbranche von Markenpiraterie betroffen.
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EU-Ländern entgehen durch Markenpiraterie in neun Branchen jährlich 83 Mrd. Euro und 14,3 Mrd. Euro an Steuern. In Österreich gehen 10.200 Jobs verloren.

Von Max Strozzi

Innsbruck, Brüssel –Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (Euipo) hat in einer Studienreihe erhoben, welchen Schaden Produkt- und Markenfälschungen in neun Branchen anrichten. Die Zahlen, die der TT vorliegen, sind erschreckend.

Demnach erleiden die EU-Länder jährlich einen Verlust von 83 Milliarden Euro. 48 Milliarden Euro davon verlieren die betroffenen neun Wirtschaftszweige an direktem Umsatz – das sind 7,4 % des Gesamtumsatzes. Die restlichen 35 Milliarden Euro entgehen den Volkswirtschaften der EU durch indirekte Auswirkungen, weil etwa die Hersteller weniger Waren und Dienstleistungen von Lieferanten beziehen, was zu einem Dominoeffekt in anderen Bereichen führt. Auch die Auswirkung auf die öffentlichen Finanzen wurde untersucht. Insgesamt entgehen den Staaten aufgrund von Produktpiraterie in diesen neun Branchen schätzungsweise 14,3 Milliarden Euro an Einkommen-, Mehrwert- und Verbrauchsteuern, rechnet Euipo-Direktor António Campinos vor.

Untersucht wurden die Wirtschaftszweige Kosmetika und Körperpflegeprodukte, Bekleidung, Schuhe und Zubehör, Sportartikel, Spielzeug und Spiele, Uhren und Schmuckwaren, Taschen, Spirituosen und Weine sowie Arzneimittel.

Aufgrund der milliardenschweren Umsatzeinbußen gehen in den EU-Ländern laut den Studien des europäischen Markenamts 790.000 Jobs verloren. 500.000 davon werden in den Branchen direkt abgebaut oder nicht neu geschaffen, weil Hersteller oder Verkäufer der entsprechenden Produkte aufgrund der Markenpiraterie weniger Menschen beschäftigen können. Weitere 290.000 EU-Jobs gehen aufgrund der Folgewirkungen von Fälschungen in anderen Wirtschaftszweigen der EU verloren.

Für Österreich bedeute dies, dass aufgrund von gefälschten Waren jährlich mehr als 1,1 Milliarden Euro verlorengehen. In den ermittelten Branchen betragen die direkten Verluste mehr als 1 Mrd. Euro (8,6 % des Umsatzes). Damit geht ein Verlust von 10.200 Arbeitsplätzen einher, davon 8400 Jobs direkt in den betroffenen Branchen. Die relativen Umsatzverluste liegen dabei über dem EU-Schnitt, die Arbeitsplatzverluste unter dem EU-Schnitt. In Österreich am stärksten betroffen sei die Sportartikelbranche.