Kämpfe in Aleppo: Christenviertel betroffen
Aleppo (APA) - Das christliche Viertel in Westaleppo ist am Dienstag erneut unter Raketenbeschuss geraten. Unter anderem sei eine Rakete im ...
Aleppo (APA) - Das christliche Viertel in Westaleppo ist am Dienstag erneut unter Raketenbeschuss geraten. Unter anderem sei eine Rakete im Jesuitenkonvent eingeschlagen, berichtete der katholische Pfarrer von Aleppo, Franziskanerpater Ibrahim al-Sabagh, nach Angaben von Kathpress.
„Wir danken dem Herrn, dass die Schäden in unserem Gebiet nur materieller Art sind, aber der Krieg dauerte die ganze Nacht an und wir haben in jedem Moment seinen Lärm gehört“, so Al-Sabagh.
Rund 500 Rebellenkämpfer haben sich nach Angaben des Franziskaners auf einem Gebiet von rund einem Quadratkilometer verschanzt und von dort aus den Westen der Stadt beschossen. Bis Dienstagnachmittag sind demnach mindestens acht Menschen getötet und mehr als vierzig verletzt worden. Problematisch seien auch bewaffnete kurdische Kämpfer in Teilen der Stadt sowie korrupte regierungstreue Milizen.
Ferner gebe es einen von der syrischen Armee umkreisten Bereich von mehreren Quadratkilometern, in denen Kämpfer der Jabhat Fatah al-Sham (früher Al-Nusra-Front) sowie einer weiteren Gruppe die Kapitulation ablehnten. Die Armee habe den Beschuss eingestellt und warte darauf, dass sich die verbliebenen Rebellen ergeben.
Nach Angaben von Helfern missachten die Regierungstruppen bei der Rückeroberung Menschenrechte und internationales Völkerrecht. „Save the Children“ und UNICEF riefen am Dienstag alle Konfliktparteien auf, die sichere und sofortige Evakuierung der Zivilbevölkerung zuzulassen. Dafür brauche es international überwachte und sichere Fluchtrouten. „Zivilisten, die Ost-Aleppo verlassen möchten, müssen dies in Sicherheit und Würde tun können“, forderte UNICEF-Regionaldirektor Geert Cappelaere. Besonderes Augenmerk müsse den Kindern von Aleppo gelten. „Sie brauchen jetzt Hilfe. Es gibt keine Ausreden mehr.“
Der stellvertretende Leiter von „Malteser International“, Sid Peruvemba, sprach von einer höchst bedrohlichen Lage und einem unvorstellbaren Leiden der Menschen. „Unsere Sorge gilt den Zivilisten in den vormals von der Opposition kontrollierten Gebieten, denen möglicherweise lebensrettende Hilfe vorenthalten wird. Hinzu kommen Berichte über willkürliche Festnahmen, massenweise Internierung oder spurloses Verschwinden von Männern“, sagte Peruvemba.
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