Silicon-Valley-Chefs nehmen Tuchfühlung mit Trump auf
San Francisco (Kalifornien)/Washington (APA/Reuters) - In den USA bemühen sich die großen Technologiekonzerne um bessere Kontakte zum künfti...
San Francisco (Kalifornien)/Washington (APA/Reuters) - In den USA bemühen sich die großen Technologiekonzerne um bessere Kontakte zum künftigen Präsidenten Donald Trump. Fünf Wochen nach seinem Wahlsieg wollte sich dieser am Mittwoch mit den Chefs von Branchengrößen wie Google, Apple und Microsoft treffen. Mehr als ein erstes Abtasten ist dabei nicht zu erwarten.
Weitreichende Ergebnisse wie Job- und Investitionsversprechen dürfte es nicht geben, sagten zwei mit den Vorbereitungen vertraute Personen. Bereits vergangene Woche hatten Unternehmensvertreter im Rahmen einer Verbandskonferenz darüber diskutiert, welche gemeinsamen Ziele sie Trump präsentieren wollen.
Der Wahlausgang hatte die Technologiegiganten auf dem falschen Fuß erwischt. Viele hatten auf Trumps Rivalin Hillary Clinton von der Demokratischen Partei gesetzt, deren liberalem Programm die Firmen aus dem kalifornischen Silicon Valley traditionell näherstehen. Besonders Larry Page, dem Chef der Google-Mutter Alphabet, werden enge Verbindungen zur Regierung von Trumps scheidendem Vorgänger Barack Obama nachgesagt.
Doch nun ist Umdenken angesagt. Denn es wird weithin erwartet, dass Trump die Technologiekonzerne härter anfassen wird als Obama. Schon im Wahlkampf sorgte der Kandidat der Republikaner mit diversen Äußerungen für Alarmsignale in der Branche. Das gilt vor allem für seine Ankündigungen zu Einwanderung, Überwachung durch Behörden sowie Verschlüsselung. Ein heißes Thema sind ferner die Regelungen zur Netzneutralität, wonach alle Daten gleichberechtigt und gleich schnell durch die Netze fließen sollen. Sollte diese eingeschränkt werden, drohen Internetfirmen Rückschläge.
Druck müssen die Unternehmen auch in Beschäftigungsfragen erwarten. Der künftige Präsident warnt die heimische Wirtschaft vor Stellenverlagerungen ins Ausland und versucht, ihr Jobzusagen abzuringen. Im Wahlkampf versprach er den Amerikanern 25 Millionen neue Arbeitsplätze binnen eines Jahrzehnts.
Daher fühlen sich Firmen nun gedrängt, ihre Beschäftigungspläne aufzupolieren. So kündigte IBM-Chefin Ginni Rometty unmittelbar vor dem Treffen bei Trump in einem Gastbeitrag für die Zeitung „USA Today“ 25.000 Neueinstellungen binnen vier Jahren an. Offen blieb aber, wie viele Jobs der Konzern zugleich abbauen oder verlagern wird. Auch Google trifft Vorkehrungen für den Wechsel im Weißen Haus. Der Suchmaschinen-Riese ist dabei, die Republikaner-Fraktion in seinem Washingtoner Lobbyisten-Team zu stärken, wie aus Kreisen von Politikinsidern verlautete.
In Trumps New Yorker Zentrale sollte sich das Who is Who des Silicon Valley versammeln. Auf der Gästeliste standen Insidern zufolge neben Alphabet-Chef Page dessen Kollegen Tim Cook (Apple), Jeff Bezos (Amazon), Elon Musk (Tesla), Satya Nadella (Microsoft) und Safra Catz (Oracle). Facebook-Chef Mark Zuckerberg wollte Topmanagerin Sheryl Sandberg schicken, die für das Tagesgeschäft verantwortlich ist.
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