Ärzteprotest - In Kärnten blieben viele Ordinationen geschlossen
Klagenfurt (APA) - In Kärnten sind am Mittwoch nach Angaben der Ärztekammer mehr als 80 Prozent der Hausarztpraxen geschlossen geblieben. Am...
Klagenfurt (APA) - In Kärnten sind am Mittwoch nach Angaben der Ärztekammer mehr als 80 Prozent der Hausarztpraxen geschlossen geblieben. Am Vormittag gab es eine Versammlung in den Räumen der Standesvertretung in Klagenfurt, die knapp 100 Teilnehmer verabschiedeten dabei eine Resolution mit ihren Forderungen. Ein Run auf die Spitalsambulanzen blieb trotz geschlossener Ordinationen aus.
Dem Streikaufruf waren vor allem Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag gefolgt, auch einige Fachärzte schlossen sich dem Ausstand an. Bei den Wahlärzten blieb die Beteiligung hingegen eher gering. Auswirkungen des Streiks auf die Frequenzen in den Spitalsambulanzen gab es so gut wie keine. Bei einem Lokalaugenschein in der zentralen Notaufnahme am Klinikum Klagenfurt waren sogar deutlich weniger Patienten anzutreffen als sonst an einem Vormittag, ein Eindruck, der von der Kabeg, der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft, auf APA-Anfrage bestätigt wurde.
Einen deutlichen Anstieg gab es hingegen bei der Ärztenotrufnummer 141 beim Roten Kreuz, wie Rotkreuz-Sprecherin Melanie Reiter erklärte. Die meisten Anrufer wollten wissen, welcher Arzt seine Ordination geöffnet habe. Über den Tag verteilt waren es übrigens an die 60 Mediziner. Der Telefonarzt des Roten Kreuzes war auch tagsüber im Dienst, was sonst nicht der Fall ist, auch er wurde gut nachgefragt.
In der Ärzteresolution ist von einem „Frontalangriff“ auf das österreichische Gesundheitssystem die Rede. Die Mediziner fordern daher unter anderem „die Beibehaltung und überfällige Weiterentwicklung des jahrzehntelang bewährten sozialen und solidarischen Gesundheitssystems mit wohnortnahen Haus- und VertrauensärztInnen“, den Fortbestand der freien Arztwahl und der persönlichen Arzt-Patient-Beziehung und den Erhalt der niedergelassenen ärztlichen Versorgung. Dazu müsse es weiterhin die Kostenerstattung bei Inanspruchnahme von Wahlärzten geben sowie eine Anpassung der Gesundheitsausgaben an den tatsächlichen Bedarf und die Fortschritte in der Medizin.
Abgelehnt werden „anonyme und zentrale Versorgungszentren, die womöglich von Kapitalgesellschaften mit ÄrztInnen als Befehlsempfängern geführt werden“, weiters eine Aufweichung der Arbeitszeiten für Mediziner in den Spitälern sowie die geplanten 15a-Vereinbarungen und die dazugehörigen Umsetzungsgesetze.
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