Schweizer Notenbank hält an Negativzinsen fest - Umfrage

Zürich (APA/Reuters) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte den Leitzins bei ihrem Treffen am Donnerstag auf dem aktuellen Rekordtie...

Zürich (APA/Reuters) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte den Leitzins bei ihrem Treffen am Donnerstag auf dem aktuellen Rekordtief belassen. Sämtliche der 34 befragten Analysten erwarten für den Referenzzins (3-Monats-Libor) eine unveränderte Bandbreite von minus 0,25 bis minus 1,25 Prozent.

Der Strafzins, den Banken für ihre Einlagen bei der Zentralbank zahlen müssen, dürfte in der Mitte dieser Bandbreite bei minus 0,75 Prozent bleiben. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Umfrage hervor.

Die Schweizerische Notenbank will mit den Negativzinsen den Franken für Investoren unattraktiv machen und damit eine wirtschaftsschädliche Aufwertung der Währung verhindern. Denn der Franken gilt bei Anlegern als sicherer Hafen - insbesondere in turbulenten Zeiten. Und diese dürften nach Einschätzung der Experten mit der neuen US-Regierung unter Donald Trump und den anstehenden Wahlen in der Eurozone auch in den kommenden Monaten anhalten.

Zudem setzt die SNB bei Bedarf auf Interventionen am Devisenmarkt. Dort kauft sie andere Währungen, um damit den Franken zu schwächen, zuletzt etwa rund um das überraschende Brexit-Votum oder die US-Präsidentschaftswahlen.

Auf absehbare Zeit dürfte die SNB den Analysten zufolge an dieser Politik festhalten. Der Großteil der Experten erwartet keine Zinsänderung bis mindestens Ende 2017. Doch das hat Nebenwirkungen: Die Strafzinsen schmälern die Erträge der Banken, die wiederum drohen, diese zunehmend an die Kunden weiterzugeben. Und die Devisenmarktinterventionen haben die Bilanz der Notenbank auf ein Volumen größer als die jährliche Wirtschaftsleistung der Schweiz aufgebläht.

~ WEB http://www.snb.ch/de/ ~ APA282 2016-12-14/13:13