Einrichtungsbranche

Kika-Mutter Steinhoff will Afrika-Geschäft mit Fusion neu ordnen

Frankfurter Börse
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Der fusionierte Konzern wäre in 15 Ländern Afrikas präsent und käme auf 186.000 Mitarbeiter mit rund 14 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Sandton, Frankfurt – Der südafrikanisch-deutsche Möbelkonzern Steinhoff, dem in Österreich Kika und Leiner gehören, will sein Einzelhandelsgeschäft auf dem afrikanischen Kontinent mit dem Konkurrenten Shoprite zusammenlegen.

Beide haben die gleichen Großaktionäre, die hinter der geplanten Megafusion stehen: Christo Wiese, einen der reichsten Südafrikaner, und die Public Investment Corporation (PIC), einen quasi-staatlichen Fonds, der auch für die Beamtenpensionen am Kap verantwortlich ist. Den Plänen zufolge soll Shoprite die Einzelhandelstöchter von Steinhoff wie Pepkor (Bekleidung, Haushalt), JD Group und Steinbuild übernehmen, wie die Konzerne am Mittwoch gemeinsam mitteilten. Im Gegenzug würde Steinhoff zum Großaktionär von Shoprite und müsste womöglich sogar ein Übernahmeangebot dafür vorlegen.

An der Börse kamen die Pläne nicht gut an: Die Steinhoff-Aktie verlor in Frankfurt fünf Prozent, Shoprite traten in Johannesburg auf der Stelle.

Gemeinsamer Umsatz würde fast 14 Milliarden Euro betragen

Der fusionierte Konzern wäre in 15 Ländern Afrikas präsent und käme auf 186.000 Mitarbeiter. Durch den Zusammenschluss werde kein Arbeitsplatz verloren gehen, betonten Steinhoff und Shoprite. Der gemeinsame Umsatz lag in den zwölf Monaten bis Ende Juni 2016 bei 200 Mrd. Rand (13,8 Mrd. Euro), das operative Ergebnis bei 15 Mrd. Rand. Der heute 75-jährige Wiese hatte Shoprite von acht Einzelhandelsgeschäften in Kapstadt aus zur größten Supermarktkette Afrikas entwickelt. An der Börse in Johannesburg ist Shoprite 7,7 Mrd. Euro wert, Wiese hält daran 15,9 Prozent. Bei der PIC liegen weitere elf Prozent.

Bereits im September hatte der Milliardär zu Reuters gesagt, eine Übernahme von Shoprite durch Steinhoff wäre eine „natürliche Entwicklung“. Auch bei Steinhoff ist Wiese mit 23,1 Prozent größter Aktionär. Die PIC hält 10,5 Prozent. Mit der Fusion könnte Wiese seine Einzelhandels-Aktivitäten endgültig unter einem Dach vereinigen. Er ist auch Aufsichtsratschef von Steinhoff. 2014 hatte Steinhoff seinen Billig-Textilhändler Pepkor für mehr als fünf Milliarden Euro geschluckt.

Alles begann als Ein-Mann-Betrieb

Über die Konditionen der Fusion muss aber noch verhandelt werden. Die vergrößerte Shoprite solle auf jeden Fall an der Börse in Johannesburg gelistet bleiben. Steinhoff war vor einem Jahr von dort an die Frankfurter Börse gewechselt, weil der Schwerpunkt seines Geschäfts mittlerweile in Europa liegt. Dem Konzern gehören neben Kika und Leiner in Österreich die Möbelhausketten Poco in Deutschland und Conforama in Frankreich. Damit ist er im Möbelhandel weltweit die Nummer zwei hinter Ikea.

Steinhoff fährt einen aggressiven Expansionskurs: Zuletzt hatte der Konzern den US-Matratzen-Hersteller Mattress Firm, die britische Billigladen-Kette Poundland und den australischen Händler Fantastic Holdings geschluckt. Firmengründer Bruno Steinhoff hatte 1964 als Ein-Mann-Betrieb in Westerstede bei Bremen begonnen. (APA, Reuters, dpa-AFX)