Erste Liga/Bundesliga

Von wegen ruhige Adventzeit: Trainerkarussell dreht sich

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Das Trainerkarussell dreht sich in der österreichischen Bundesliga vor Weihnachten auf Hochtouren. Der FC Wacker bastelt im „Fall Grumser“ an einer Aufgabenverteilung.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Was haben der FC Wacker und Altach gemeinsam? Junge, erfolgreiche Interimstrainer, die – noch – keine UEFA-Pro-Lizenz aufzuweisen haben und somit keinen Bundesligaklub trainieren dürfen. Weil man beim zweitklassigen FC Wacker mit der Arbeit von Grumser höchstzufrieden war, man mit dem 36-Jährigen die erhoffte Erstklassigkeit planen will, wird weiter an einer Lösung gebastelt. Die Anfrage der Tiroler bei den zuständigen Gremien bezüglich Ausnahmegenehmigung wurde eigentlich wie erwartet negativ beantwortet. Schließlich sind die Statuten der Lizenzbestimmungen klar und wurden in anderen Fällen (Oliver Lederer bei der Admira) auch ohne Ausnahme durchgezogen.

Für Alfred Hörtnagl noch kein Grund, sich vor dem vierten Adventsonntag schon wieder auf Trainersuche zu begeben. Schließlich wurde im Bescheid auch darauf hingewiesen, dass eine Aufgabenverteilung auch möglich ist. „Daran arbeiten wir und hoffen doch noch, dass wir eine einvernehmliche Lösung hinbekommen“, so Hörtnagl, der noch nicht ins Detail gehen wollte. Was damals bei der Admira mit Oliver Lederer und Ernst Baumeister vollzogen wurde, könnte auch in Innsbruck mit dem derzeitigen Co-Trainer Christian Stoff, der die nötige Lizenz für die Erste Liga aufweisen kann, und eben Thomas Grumser funktionieren.

Wenn nicht, dann werden sich die Schwarzgrünen wohl oder übel um einen neuen Chefcoach umsehen müssen. Das wäre der dritte in dieser Saison. An Kandidaten mangelt es nicht, denn das Trainerkarussell ist in Österreich extrem breit aufgestellt und hat zum Jahresende richtig Fahrt aufgenommen.

Auslöser war der Wechsel von Damir Canadi vom Sensationsteam Altach nach Hütteldorf. Was den Voralberger nicht nur eine satte Abschlagszahlung (rund 300.000 Euro) bescherte, sondern auch vor ein Personalproblem stellte. Der 31-jährige Werner Grabherr löste dieses interimsmäßig bislang mustergültig – aufgrund fehlender Lizenz muss er zurück ins zweite Glied. Auf der Gerüchtebörse werden vier Kandidaten als Canadi-Nachfolger hoch gehandelt: ÖFB-Rekordnationalspieler Andi Herzog, der nach seiner Zeit als Co-Trainer von Jürgen Klinsmann beim US-Team als Cheftrainer arbeiten will und deshalb auch Rapid als Sportdirektor abgesagt haben soll; Admira-Coach Oliver Lederer, der allerdings in der Südstadt „noch einiges zu tun hat“; Ex-Rapid-Co-Trainer Thomas Hickersberger und Ex-St.-Pölten-Coach Martin Scherb.

Apropos St. Pölten: Jochen Fallmann, der nach Karl Daxbachers Beurlaubung in die Bresche sprang, hat gute Karten, die Niederösterreicher auch im Frühjahr zu coachen. Sportdirektor Frenkie Schinkels will auch Gespräche mit Ex-Rapid-Coach Zoran Barisic, der mit Angeboten aus dem Ausland kokettiert, und Gerald Baumgartner führen. Mit Ex-Teamspieler Michael Baur und Michael Streiter sind auch zwei Tiroler mit UEFA-Pro-Lizenz auf dem Trainermarkt zu haben.

Südstadt-Gerücht: Lederers Flirt mit Altach und Ivica Vastic als neuem Admira-Trainer sind die heißen Themen, wobei Sportdirektor Ernst Baumeister feststellt: „Ich weiß nicht, aus welchem Grund Lederer weggehen sollte. Wir wollen ihn nicht hergeben.“

Pappelstadion-Geflüster: Wenn sich Vastic verabschiedet, steht ein alter Bekannter ganz oben auf der Liste – Didi Kühbauer.

Blickpunkt Graz: Einen Tag nach dem lukrativen Verkauf von Spielmacher Uros Matic an den FC Kopenhagen gab es für die Fans von Sturm Graz gute Neuigkeiten. Der Tabellenzweite will mit Erfolgstrainer Franco Foda verlängern, eine Einigung könnte noch diese Woche erzielt werden. Wer Foda kennt allerdings nur mit Ausstiegsklausel, sollte sich in Deutschland eine Tür öffnen ...