Nationalrat: Palmöl-Dringliche 3 - Abgeordnete problembewusst

Wien (APA) - Den Abgeordneten aller Fraktionen ist bewusst, dass der massive Einsatz von Palmöl problematisch ist - und in der Diskussion üb...

Wien (APA) - Den Abgeordneten aller Fraktionen ist bewusst, dass der massive Einsatz von Palmöl problematisch ist - und in der Diskussion über die Dringliche des Team Stronach plädierten auch alle für Maßnahmen, um es zurückzudrängen. Die Ansätze waren allerdings unterschiedlich, von der Sensibilisierung der Konsumenten und Produzenten bis zum Verbot.

SPÖ-Abg. Petra Bayr kann sich vorstellen, über ein Verbot nachzudenken, „so wie wir Transfette verboten haben“. Jedenfalls bestehe dringender Handlungsbedarf, sei die Palmölherstellung mit großem Pestizideinsatz doch äußerst schädlich, verbunden mit großen sozialen und gesundheitlichen Problemen in den Anbaugebieten.

ÖVP-Abg. Johann Höfinger sieht es als Aufgabe der Politiker, die Konsumenten und die Produzenten zu sensibilisieren - und Verbesserungen in der Produktion, die Einhaltung von Umwelt- und sozialen Standards einzufordern.

Empört über die Auskunft von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP), dass Österreich im Alleingang nichts machen könne, zeigte sich FPÖ-Abg. Harald Jannach. Es gelte, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um unnötige Importe zu unterbinden. Zumindest müsste man Steuervorteile streichen und die Kennzeichnung verbessern, forderte er.

Auch der Grüne Wolfgang Pirklhuber hielte es für geboten, dass Österreich mit nationalen Maßnahmen - vielleicht einer Palmölsteuer - voranschreitet, werde doch in Großbritannien eine Zuckersteuer oder in Dänemark eine Fettsteuer überlegt. Jedenfalls gelte es aus ethischen Gründen und globaler Verantwortung, den Einsatz von Palmöl so weit wie möglich zurückzudrängen.

Im Lebensmittelbereich hält NEOS-Abg. Josef Schellhorn - er ist Gastronom - den Verzicht auf Palmöl nicht für wirklich. Aber er plädierte für die sinnvolle Förderung von Alternativen zu Agrodiesel. Denn Palmöl ist, wie Pirklhuber erläuterte, durchaus auch in Österreich in Biosprit enthalten, zwar nicht im hier produzierten, aber in den großen Mengen importierten Kraftstoffs.