Deutsche Bank vor Vergleich mit Quelle-Erbin Schickedanz

Frankfurt am Main (APA/Reuters) - Die Deutsche Bank steht nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung im jahrelangen Streit mit der Quelle-...

Frankfurt am Main (APA/Reuters) - Die Deutsche Bank steht nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung im jahrelangen Streit mit der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz. Es gebe eine Vereinbarung, die - nach der Erfüllung bestimmter, nicht genannter Voraussetzungen - zu einem Ende des Rechtsstreits führe, sagte ein Sprecher des größten deutschen Geldhauses am Mittwoch.

„Bis dahin haben die Parteien das Ruhen des Verfahrens beantragt“, sagte der Sprecher. Schickedanz hatte ihre frühere Hausbank Sal. Oppenheim, die inzwischen zur Deutschen Bank gehört, und den Immobilienunternehmer Josef Esch, ihren ehemaligen Berater, vor dem Kölner Landgericht auf insgesamt 1,9 Mrd. Euro verklagt. Einem Insider zufolge muss sie sich nun aber mit weniger als 100 Mio. Euro zufriedengeben.

Schickedanz wirft dem Bankhaus und Esch vor, sie hätten sie falsch beraten und um große Teile ihres Vermögens gebracht. Die Quelle-Erbin hatte sich in großem Stil an KarstadtQuelle und dem daraus hervorgegangenen Arcandor -Konzern beteiligt und die Aktien teils auf Kredit finanziert. Arcandor war 2009 in die Pleite geschlittert.

Die „Süddeutsche Zeitung“ und der WDR berichteten, der Vergleich sei bereits verbindlich ausformuliert und solle spätestens am 21. Dezember notariell beglaubigt werden. Einen Tag vorher hätte das Gericht sein Urteil sprechen sollen. Der als Vermittler eingeschaltete Investor Clemens Vedder war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Chancen für Schickedanz, vor Gericht zum Erfolg zu kommen, waren zuletzt immer geringer geworden. Im Juni hatte das Landgericht in wichtigen Passagen Zweifel an der Darstellung der Klägerin geäußert. Es sei nicht überzeugt, dass Schickedanz für die Geschäfte nicht selbst haften müsse. Sal. Oppenheim hatte die Klage als unbegründet bezeichnet.