Verurteilung wegen Enthüllung zu Marechal-Le Pens Vater bestätigt

Paris (APA/AFP) - Die Verurteilung des französischen Magazins „L‘Express“, das die Identität des leiblichen Vaters der rechtsextremen Nachwu...

Paris (APA/AFP) - Die Verurteilung des französischen Magazins „L‘Express“, das die Identität des leiblichen Vaters der rechtsextremen Nachwuchspolitikerin Marion Marechal-Le Pen enthüllt hatte, ist endgültig. Ein Berufungsgericht in Paris bestätigte am Mittwoch das Urteil der vorherigen Instanz, die in dem Bericht einen „besonders schweren“ Eingriff in die Intimsphäre der Betroffenen gesehen hatte.

Die Zeitschrift muss der Abgeordneten der Front National (FN) nun 10.000 Euro Schadenersatz zahlen. Hinzu kommen 3000 Euro Justizkosten, die „L‘Express“ übernehmen muss. Marechal-Le Pen hatte 50.000 Euro verlangt.

„L‘Express“ hatte im November 2013 auf seiner Internetseite enthüllt, dass der inzwischen verstorbene Journalist Roger Auque der Vater von Marion Marechal-Le Pen ist. Die heute 27-Jährige und ihre Mutter hatten das verhindern wollen.

Großgezogen worden war die Politikerin von ihrer Mutter Yann - der Tochter von FN-Gründer Jean-Marie Le Pen und Schwester der heutigen FN-Vorsitzenden Marine Le Pen - und dem FN-Jugendleiter Samuel Marechal. Von ihm stammt auch der erste Teil ihres Nachnamens.

Der im September 2014 verstorbene Auque war Reporter für mehrere große französische Medien. Während des Libanon-Kriegs wurde der Journalist 1987 von der Hisbollah verschleppt. 2009 wurde er zu Frankreichs Botschafter in Eritrea ernannt, musste das Land aber 2012 wegen gesundheitlicher Probleme verlassen.