Arns: Ein „Kardinal der Hoffnung“ gegen Gewalt und Willkür
Sao Paulo (APA/dpa) - Schon als Kind zeigte Paulo Evaristo Arns Zivilcourage. Das fünfte von 13 Kindern eines aus der Moselgegend nach Südbr...
Sao Paulo (APA/dpa) - Schon als Kind zeigte Paulo Evaristo Arns Zivilcourage. Das fünfte von 13 Kindern eines aus der Moselgegend nach Südbrasilien eingewanderten Bauernehepaares wählte einen schwarzen Altersgenossen namens Peteca zum besten Freund. Damals waren solche Beziehungen zwischen Schwarzen und Weißen in Brasilien verpönt.
Mehrere Jahrzehnte später wurde Arns als Erzbischof von Sao Paulo wegen seiner ständigen Anprangerung der Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur in Brasilien (1964-85) weltbekannt. Gleichzeitig trat er für die Armen in den zahlreichen Favelas seines Erzbistums ein. Am Mittwoch starb der „Kardinal der Hoffnung“ mit 95 Jahren in Sao Paulo.
Dom Paulo, wie er genannt wurde, scheute es nicht, in aller Öffentlichkeit gegen die Gewaltherrschaft der Militärs aufzutreten. Nach dem Tod des linken Journalisten Vladimir Herzog in einem Gefängnis veranstaltete Arns 1975 eine ökumenische Messe in der Kathedrale von Sao Paulo. Zahlreiche Menschen nahmen an dieser Kirchenzeremonie teil, weswegen sie als ein Meilenstein des zivilen Widerstands gegen die Diktatur gilt.
Nach Wiederherstellung der Demokratie und während des Papsttums von Johannes Paul II. verlor Arns an Einfluss in der Kirche seines Landes. Er war 1973 von Paul VI. ins Kardinalskollegium aufgenommen worden. Arns, der an der Sorbonne klassische Literatur studiert hatte, war auch ein anerkannter Schriftsteller und Essayist. Sein Leichnam wurde am Mittwochabend (Ortszeit) in der Catedral da Se in Sao Paulo aufgebahrt.
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