Die Alpenrosenhütte erstrahlt in neuem Glanz
Hoch über Westendorf thront die Alpenrosenhütte, nun mit neuem Gesicht. Der DAV investierte 1,5 Millionen Euro in den Neubau.
Von Harald Angerer
Westendorf –In markanter Lage an der Alpe-Seite in Westendorf steht schon seit 1926 die Alpenrosenhütte. Über den Sommer hat sich ihr Erscheinungsbild deutlich geändert. Sie wurde im Frühjahr abgerissen und in lediglich fünf Monaten von der Sektion Schorndorf des Deutschen Alpenvereins (DAV) neu aufgebaut. Die Sektion ist seit 1978 Besitzerin der Schutzhütte. „Die Alpenrosenhütte war die einzige DAV-Hütte in den Ostalpen mit Winterbetrieb, aber ohne beheizte Zimmer“, schildert der 1. Vorsitzende der Sektion Schorndorf, Werner Graß. Ein Umbau war notwendig.
„Erst hatten wir überlegt, die Alpenrosenhütte in zwei Schritten zu sanieren. Aber der DAV hat verlangt, dass wir die Hütte auch thermisch sanieren, nur dann gäbe es die ganze Förderung. Somit haben wir den Schritt gewagt und haben die Hütte komplett erneuert“, schildert Graß. Von Seiten des DAV spricht man von einem Ersatzbau, nicht von einem Neubau. Denn die Hütte wurde zwar komplett neu gebaut, aber nicht vergrößert. Sprich, es gibt immer noch 56 Schlafplätze und 70 Sitzplätze im Gastraum.
Doch nun mit deutlich mehr Komfort, wie der zuständige Baumeister aus Kramsach, Michael Widmann, betont. Bisher gab es nur Massenlager auf der Alpenrosenhütte, nun sind es moderne 2er-, 4er- und 8er-Zimmer. „Aber immer mit dem Schutzhüttencharakter, das war dem Alpenverein wichtig“, schildert Widmann. Zudem wurde ein Seminarraum integriert und die Terrasse ist größer geworden. Denn die Alpenrosenhütte ist im Winter eine beliebte Skihütte. „Auf die Planung hatte das aber sonst kaum eine Auswirkung, denn der Gastraum ist deshalb nicht größer als üblich“, sagt Widmann.
Erbaut wurde die Hütte von 1924 bis 1926 von Johann und Katharina Margreiter, der Firstbaum mit ihren Initialen ist nach dem Neubau nun im Eingangsbereich zu sehen. Im Jahr 1927 hat die DAV-Sektion Bergfried, München, die Hütte gekauft und dann 1978 an die Schorndorfer weiterverkauft. „Unsere Sektion wurde 1949 gegründet und am Anfang hatten wir nur eine Hütte in der Schwäbischen Alb. Da gab’s die Scherze, ob wir nun ein Alpenverein seien oder ein Schwäbischer-Alb-Verein“, schmunzelt Graß. Dann habe man die Alpenrosenhütte gekauft, immerhin 370 Kilometer von der Heimat entfernt.
Der Entschluss, die Hütte neu zu errichten, wurde in der Sektion einstimmig getroffen, wie Graß betont. Denn die Sektion muss auch einiges an Kosten stemmen. Die Baukosten betragen netto 1,5 Millionen Euro. Zuschüsse gab es vom Land Baden-Württemberg und dem DAV. An Eigenmitteln waren 160.000 Euro verfügbar und 650.000 Euro müssen mit einem Kredit finanziert werden. Das Geld wurde zum größten Teil in Westendorf und Umgebung investiert. „Es war uns wichtig, dass die Handwerker aus der Region kommen“, sagt Graß und hofft nun auf einen guten ersten Winter. Um die Kosten hereinzubringen, wollen die Schorndorfer die Auslastung von 2500 Nächtigungen auf 3000 steigern. Vor allem durch Familien. Hüttenwirt bleibt auch weiterhin Kemal Akcay.
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