Osttirol

„Ich zeichne einen kritischen, starken Jesus“

© Paul Peter Gasser

Regisseur Alfred Meschnigg setzt ab 24. März 2017 im Museum Aguntum Passionsspiele in Szene – mit großer Sensibilität, aber ohne Sentimentalität.

Von Claudia Funder

Dölsach –„Es ist kein Theater“, stellte Alfred Meschnigg gleich zu Beginn seiner Ausführungen bei einem Pressegespräch klar. Die Passionsspiele, die der Regisseur ab 24. März im Museum Aguntum auf die Bühne bringen wird, seien vielmehr ein Beitrag zur Besinnung. „Es ist so wichtig, uns der eigenen Werte zu erinnern, und daran, was der Kern unserer Religion ist“, betont er. Meschnigg setzt auf starke Bilder voller Klarheit und Eindringlichkeit – mit der Kraft der Aktualität des Vergangenen. Als Vorlage wählte er bewusst das Evangelium nach Lukas. Dieser betont die Bedeutung gerechter sozialer Beziehungen, insbesondere zwischen Armen und Reichen, das Bemühen um Sünder und Geächtete sowie Jesu Einstellung gegenüber den Frauen.

In Aguntum wird die Passion bereits mit der Taufe am Jordan beginnen. „Jesus hat drei Jahre gewirkt, diese wollen wir spielen“, betont Meschnigg, der als Kernthema der Geschichte die Bergpredigt nennt: „Sie hat heute mehr Gültigkeit denn je. Sie enthält das Grundgesetz menschlichen Handelns und ist ein überzeugendes Muster menschlichen Zusammenlebens.“

Es ist das Spiel der Spiele. Die Passion Christi soll mit großer Passion dargestellt werden. Ein authentischer Jesus mit starkem Profil wird auf der Bühne stehen. Kritisch wird er verständlich machen, warum ihm so viele gefolgt sind und ihn so viele gehasst haben. „Ich werde auch einen groben Jesus, der schimpft, zeichnen“, stellt der Regisseur klar. Wer diesem Hauptpart Kontur verleihen wird, ist noch nicht fixiert. Die Rollenverteilung steht noch aus.

Lukas wird als Erzähler durch das Spiel führen. Basis für die Spielfassung ist die Einheitsübersetzung der Bibel aus dem Jahr 1978.

Initiatoren des Projektes sind die Theaterwerkstatt Dölsach und der Seelsorgeraum Sonnseite. Bis zu 80 Akteure werden dem Spiel Leben einhauchen. Die Aufführung dauert zwei Stunden, 14 Termine im März und April stehen auf dem Spielplan. Das Großprojekt nimmt ein Jahr Vorbereitung in Anspruch.

250 Besucher haben bei jeder Vorstellung Platz. Der Vorverkauf ist bereits gestartet. Wer sich rechtzeitig Karten sichern oder vielleicht einen Kulturgenuss zu Weihnachten verschenken will: Tickets können unter www.passionsspiele-aguntum.at online reserviert oder bei der Dolomitenbank Osttirol erworben werden.