Längenfeld kürzt Weihnachtsgaben
Die Altersgrenze wurde von 70 auf 72 Jahre angehoben. Das regte bei der Weihnachtssitzung auf.
Von Alexander Paschinger
Längenfeld –Die Botschaft sei „bedenklich“, meldete sich ein Bürger aus der Zuhörerschaft bei der weihnachtlichen Gemeinderatssitzung von Längenfeld am Dienstag zu Wort. Es geht um den Beschluss des Ortsparlamentes, der im November gefasst wurde: „Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, seitens der Gemeinde Längenfeld heuer wiederum Weihnachtszuwendungen bzw. Weihnachtsgaben an einsame und alte Leute, die allein in einem Haushalt wohnen, an verschiedene Funktionäre und an Beschäftigte der Gemeinde Längenfeld zu gewähren und die erforderlichen Mittel hierfür bereitzustellen“, hieß es. Allerdings wurde gleichzeitig beschlossen, die Altersgrenze von 70 auf 72 Jahre zu erhöhen. Dieses Geschenk beinhaltet einen Kalender und einen Gutschein um 15 Euro pro Person,
„Da geht es insgesamt vielleicht um 200 oder 300 Euro“, so der Zuhörer am Dienstag. Und: Da würden in anderen Punkten mit Tausenden Euros schnell jongliert, aber in dieser Sache würde, „ohne genau zu wissen, um wie viel Geld es eigentlich geht“, einfach so ein Schritt gesetzt. „Das hat mich schockiert“.
„Das wurde im Sozialausschuss so beschlossen, da wird es aber sicher nicht ums Geld gegangen sein“, antwortete Bürgermeister Richard Grüner. Gemeinderätin Elisabeth Plevka als Obfrau des Sozialausschusses bestätigte ihrerseits, dass es keine finanzielle Frage gewesen sei. Vielmehr gelte es, das Alter hier anzuheben, „weil die Leute ja auch viel älter werden“. Neben der demographischen Entwicklung gehe es auch um Lebensqualität: Vielen heute vitalen 70-Jährigen sei es gar nicht so recht, ein solches Geschenk überhaupt entgegenzunehmen.
Auch Plevkas Stellvertreterin im Ausschuss, Gemeinderätin Ulrike Tembler, verteidigte die Maßnahme: „Wir vergeben ja Geburtstagsgeschenke der Gemeinde auch erst ab 75 Jahren“, so die Mandatarin, die auch Tirols AK-Konsumentenschützerin ist. Man solle die Altergrenze für die Weihnachtsgaben „vielleicht auch dorthin anheben“, so Tembler.
Von der TT im Anschluss angesprochen, sah der Fragesteller seine Kritik übrigens nicht wirklich beantwortet.
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