Syrischer Botschafter zeigte falsches Foto vor UNO

New York (APA) - Der syrische UNO-Botschafter Bashar Jaafari hat im UNO-Sicherheitsrat ein Foto gezeigt, das vermeintlich die humanitäre Hil...

New York (APA) - Der syrische UNO-Botschafter Bashar Jaafari hat im UNO-Sicherheitsrat ein Foto gezeigt, das vermeintlich die humanitäre Hilfe der syrischen Regierungstruppen in Aleppo darstellt. Es handelt sich jedoch um ein Bild, das schiitische Milizen in der irakischen Stadt Falluja zeigt, berichteten internationale Medien.

Nachdem Syriens Vertreter Jaafari vor dem Sicherheitsrat diese Woche den Vereinten Nationen vorgeworfen hatte, die Vorwürfe gegen sein Land basierten auf falschen Informationen, legte er seinerseits vermeintlich „richtige Informationen“ über die aktuellen Geschehnisse vor Ort vor. Das Bild eines Soldaten etwa, der einer Frau seinen Rücken als Treppenstufe anbietet. „Ich habe noch eine Menge anderer Fotos dieser Art, aber ich weiß, dass die Zeit eilt.“ Was die syrische Armee in Aleppo mache, sei letztlich nichts anderes als das, was die Sicherheitskräfte nach den Terroranschlägen von Paris, London oder in Boston getan hätten, schlussfolgerte Jaafari.

Auf dem Foto ist eine ältere Frau zu sehen, die von einem Lastwagen herabsteigt. Ein Mann in Tarnuniform steht auf allen Vieren auf dem Boden und bietet der Frau seinen Rücken als „Stufe“ an.

Medien kamen jedoch schnell durch Bildrecherchen im Internet dahinter, dass das Foto im Juni in der irakischen Stadt Falluja aufgenommen worden ist und nicht in Aleppo, berichtete die Online-Ausgabe der britischen Zeitung „Independent“. Auf dem Originalbild ist neben dem Soldaten und der Frau noch ein Uniformierter mit einer irakischen Fahne auf dem Ärmel zu sehen.

Gemäß der Seite „Newsrescue“ handle es sich auf dem Foto um Mitglieder der schiitisch-irakischen Armee, die Christen in Falluja helfen und dort auch Kirchen reparieren. Das Bild wurde im Juni auch schon von „Tnews“ aus dem Iran verbreitet und zeige hilfreiche schiitische Milizen im Irak.

Im UNO-Sicherheitsrat hatte es zuvor einen Schlagabtausch zur Lage in Aleppo gegeben, wo syrische Regierungstruppen Massaker an der eigenen Bevölkerung anrichten sollen.

Die amerikanische Botschafterin Samantha Power fragte daraufhin den syrischen Botschafter: „Können sie wirklich keine Scham fühlen? Gibt es wirklich nichts, was sie beschämt?“, fragte Power. „Gibt es keinen barbarischen Akt, keine Hinrichtung eines Kindes, die unter Ihre Haut geht, die Sie auch nur ein bisschen gruselt? Gibt es nichts, worüber Sie nicht lügen oder das Sie nicht rechtfertigen?“ Jaafari verteidigte sich daraufhin mit der Präsentation des Fotos.