Innsbruck

Trotz Protest: Neuer Takt bei Linie H bleibt

Unterschriftenlisten-Initiator Theodor Hanisch (r.) überreichte gestern IVB-Chef Martin Baltes die Proteststimmen gegen die Taktaufweitung.
© Rudy de Moor / TT

Alle 30 statt 15 Minuten: Innsbrucker Verkehrsbetriebe argumentieren mit schwachen Auslastungszahlen. Anrainer übergaben 436 Protestunterschriften.

Innsbruck –Die Meinung auf den TT-Leserbriefseiten zur Taktumstellung auf der Linie H der Innsbrucker Verkehrsbetriebe ist seit Ende November eindeutig: Da ist von einer „steinzeitlichen“ Entwicklung bis hin zum „verkehrspolitischen Unsinn“ die Rede. Anstatt wie bisher alle 15 Minuten verkehrt die Linie zwischen den Allerheiligenhöfen im Westen und dem Wohnheim Saggen im Osten der Stadt seit dem kürzlich erfolgten Fahrplanwechsel jetzt nur noch alle 30 Minuten.

Als Protest gegen diesen neuen Taktverkehr hat Theodor Hanisch eine Unterschriftenaktion gestartet. 436 Innsbrucker haben sich dieser angeschlossen. Gestern übergaben Hanisch und Unterstützer diese Liste direkt an IVB-Chef Martin Baltes.

Kern der Kritik ist, dass weder die Betroffenen im Vorfeld informiert, geschweige denn in die Änderung eingebunden worden seien, heißt es. Für Hanisch und Co. stellt die Ausdünnung des Taktes der Linie H einen „massiven Rückschritt“ in der Anbindung der peripheren Stadtgebiete an das Zentrum dar. Da zudem mit Anfang Februar die Tickettarife erhöht werden – die TT berichtete –, ist für Hanisch die Schlussfolgerung klar: „Mit Preiserhöhungen und weniger Angebot können die IVB die Stadt sicher nicht bewegen.“ Bis zum Vorliegen einer „akzeptablen Lösung“ fordert man daher die Rückkehr zum 15-Minuten-Takt.

Eine Forderung, die wohl unerfüllt bleiben dürfte. Sowohl Baltes als auch die für den Verkehr zuständige Vize-BM Sonja Pitscheider (Grüne) verweisen auf die Fahrgastzahlen der Linie. Und diese seien laut Pitscheider mit rund 3000 Fahrgästen pro Tag „erschütternd“. Zum Vergleich: Die frequenzstärkste Linie O kommt auf 40.000. Erst vor drei Jahren habe man den Takt auf 15 Minunten verkürzt, nun sei man wieder den Schritt zurückgegangen. Und das sei auch nur „eine Zwischenlösung“, sagt Pitscheider: „Wir wollen die gesamte Linie neu konzipieren.“ Auch unter Berücksichtigung der Inbetriebnahme des Technik-Astes der Straßenbahn ab Ende 2018. (mami)