Europas Leitbörsen zu Mittag überwiegend freundlich
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag zu Mittag überwiegend freundlich tendiert. Der Euro-Stox...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag zu Mittag überwiegend freundlich tendiert. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,80 Prozent auf 3.237,35 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 11.312,95 Punkten und plus 0,61 Prozent.
Der FT-SE-100 der Börse London fiel hingegen 0,11 Prozent auf 6.941,60 Stellen. Hier hielten sich die Anleger vor dem Zinsentscheid der Bank of England am frühen Nachmittag zurück.
Zur Wochenmitte hatte die Fed - wie bereits von Experten und an den Märkten erwartet - ihren Leitzins zum zweiten Mal seit der Finanzkrise erhöht. Die Leitzinsprognosen der Währungshüter legen zudem nahe, dass im kommenden Jahr drei weitere Zinsanhebungen folgen könnten.
Allerdings könnte der künftige US-Präsident Donald Trump die Geldpolitik der Fed durcheinander wirbeln. Einige amerikanische Währungshüter rechnen laut Yellen mit einer Änderung der Fiskalpolitik in den USA. Laut Bernd Weidensteiner, USA-Experte bei der Commerzbank, könnte die Fed 2017 erstmals seit Jahren gezwungen sein, aggressiver die Zinsen anzuheben als von den Märkten erwartet.
Von dieser Aussicht profitierten am Donnerstag vor allem die Aktien der Banken, die seit Jahren unter der weltweiten Niedrigzinsen-Politik leiden: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 1,53 Prozent. Schlusslicht in der Übersicht war dagegen der Rohstoffwerte-Index, der angesichts des weiter erstarkenden US-Dollar 2,48 Prozent einbüßte.
Unter den Einzelwerten stachen die Titel des Energiekonzerns EDF mit einem Kursrutsch von knapp zwölf Prozent heraus. Die Franzosen warnten, dass das operative Konzernergebnis im kommenden Jahr um mindestens 1,7 Milliarden Euro sinken dürfte. Ein Analyst sah das Ziel deutlich unter den Erwartungen des Marktes.
Beim Textilkonzern Hennes & Mauritz (H&M) sorgten Absatzzahlen für den November für ein Kursminus von fast fünf Prozent. Ein Experte sprach von einer überraschend schwachen Entwicklung. Dagegen konnten die Anteilsscheine des Autobauers Fiat Chrysler nach Monats-Verkaufszahlen für Europa um rund ein Prozent zulegen.
Dass das italienische Fernsehunternehmen Mediaset Presseberichten zufolge eine bis zu 800 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung erwägt, ließ dessen Anteilsscheine um vier Prozent absacken. Zudem wurde bekannt, dass der französische Konkurrent Vivendi trotz heftiger Proteste aus der italienischen Politik weitere Anteile an Mediaset gekauft hat - seine Beteiligung stieg dadurch deutlich von lediglich drei Prozent am Montag auf nun 20 Prozent. Vivendi-Titel verteuerten sich um gut ein halbes Prozent.
Die Aktien von Lonza büßten in Zürich über sieben Prozent ein, nachdem der Schweizer Feinchemikalienhersteller und Pharmazulieferer die Übernahme des amerikanischen Kapselherstellers Capsugel mitgeteilt hatte. Der Kaufpreis inklusive der Refinanzierung bestehender Schulden von Capsugel liegt bei rund 5,5 Milliarden US-Dollar.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA245 2016-12-15/12:06
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