Stilllegung der Schweizer AKW wird voraussichtlich teurer
Bern (APA/sda) - Die voraussichtlichen Kosten für die Stilllegung der Schweizer Atomkraftwerke und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle w...
Bern (APA/sda) - Die voraussichtlichen Kosten für die Stilllegung der Schweizer Atomkraftwerke und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle werden voraussichtlich höher ausfallen als bisher angenommen. Gemäß einer aktuellen Kostenstudie belaufen sie sich auf 22,8 Milliarden Franken (21,22 Mrd. Euro), zehn Prozent mehr als noch vor fünf Jahren geschätzt.
Die neue Kostenstudie 2016, die von swissnuclear im Auftrag der Kommission für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds (STENFO) durchgeführt wurde, ist am Donnerstag in Bern vorgestellt worden. Sie wird nächstes Jahr von unabhängigen Experten überprüft. „Wir gehen davon aus, dass Mitte 2018 die definitiven Beiträge der Kernkraftwerksbetreiber für die Stilllegungs- und Entsorgungsfonds festgelegt werden können“, sagte STENFO-Präsident Raymond Cron vor den Medien.
Anschließend wird das Schweizer Ministerium für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) aufgrund des Antrags der STENFO die endgültigen Kosten für die Periode 2017 bis 2021 festsetzen. Aktuellen Berechnungen zufolge belaufen sich die Stilllegungskosten für die fünf schweizerischen AKW und ein zentrales Zwischenlager auf rund 3,6 Milliarden Franken (3,35 Mrd. Euro).
Bedeutend teurer sind die Entsorgungskosten, die für Planung, Bau und Betrieb von Entsorgungsanlagen eingesetzt werden. Sie belaufen sich laut einer aktuellen Kostenstudie auf 19,2 Milliarden Franken (17,87 Mrd. Euro). Die während des Betriebs anfallenden Entsorgungskosten werden durch die Betreiber direkt bezahlt. Bis 2015 waren dies 5,5 Milliarden Franken. Bis zur Außerbetriebnahme aller Kernkraftwerke werden es 7,5 Milliarden Franken sein.
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