Wirtschaftswachstum

Konjunktur: Viel Schwung für 2017, Belebung zum Jahresende

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Der Bank Austria Konjunkturindikator ist mit 1,9 Punkten auf dem höchstem Wert seit Sommer 2011. Das Wirtschaftswachstum ist 2016 im 4. Quartal am stärksten.

Wien – Nach einer anfänglich nur sehr moderaten Aufwärtstendenz hat sich die Konjunkturstimmung in Österreich zum Jahresausklang spürbar verbessert, so die Bank Austria in einer Aussendung am Donnerstag . „Die Konjunktur in Österreich profitiere derzeit neben einer Stimmungsbelebung in der Industrie auch von den positiven Effekten der Steuerreform und der niedrigen Inflation auf die Kaufkraft der Konsumenten. „Der Dienstleistungssektor sowie die Bauwirtschaft spüren Rückenwind“, meint Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer.

Die Erholung der österreichischen Wirtschaft würde an Fahrt gewinnen, das zeige der Bank Austria Konjunkturindikator. „Die Entwicklung zeigt seit dem Frühjahr klar nach oben. Mit 1,9 Punkten wurde im November der höchste Wert seit dem Sommer 2011 erreicht. Für das Schlussquartal ist daher das stärkste Wirtschaftswachstum des laufenden Jahres in Sicht“, erklärt Bruckbauer weiter. Nach dem starken Anstieg im Oktober, der nochmaligen leichten Verbesserung im November und den positiven Vorgaben sei für den Bank Austria Konjunkturindikator im vierten Quartal mit einem durchschnittlichen Wert von knapp unter zwei Punkten zu rechnen. „Das lasse für das vierte Quartal 2016 ein Wirtschaftswachstum von rund 1,8 Prozent im Jahresvergleich erwarten.

Wachstumsprognose für 2017 erhöht

„Die österreichische Wirtschaft wird schwungvoll ins Jahr 2017 starten und die positive Entwicklung sollte auch im weiteren Jahresverlauf anhalten. Wir haben unsere Wachstumsprognose für 2017 von 1,1 auf 1,6 Prozent angehoben“, meint auch Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Allerdings berge die bevorstehenden Verhandlungen über den Brexit, wirtschaftspolitische Überraschungen im Zuge der US-Präsidentschaft von Donald Trump sowie bevorstehende Wahlen in Europa (z.B. in Frankreich und Deutschland) durchaus Potenzial für Enttäuschungen. Die Inlandsnachfrage bleibe 2017 die bestimmende Kraft, dürfte jedoch etwas geringer ausfallen als im laufenden Jahr. Der Grund: Die Effekte der Steuerreform schwächen sich ab.

Arbeitslosenquote steigt 2017 wieder leicht an

Die Beschleunigung der Konjunkturerholung im Jahr 2016 habe auch zur Stabilisierung der Lage am Arbeitsmarkt beigetragen. Der 2011 begonnene Aufwärtstrend der Arbeitslosenquote sei im laufenden Jahr unterbrochen worden. Die Arbeitslosenquote würde im Jahresdurchschnitt 2016 mit 9,1 Prozent gleich hoch wie 2015 sein. „2017 ist trotz stärkerer Konjunktur und einem Beschäftigungsplus von einem Prozent aufgrund des höheren Arbeitskräfteangebots eine neuerliche leichte Steigerung der Arbeitslosenquote auf 9,3 Prozent zu erwarten“, so Pudschedl.

Trotz der Beschleunigung der Teuerung seit Herbst wird laut Bank Austria die Inflationsrate 2016 im Jahresdurchschnitt mit 0,9 Prozent insgesamt genauso niedrig wie 2015 sein. Der Aufwärtstrend würde sich jedoch, bedingt durch die Preisdynamik der Rohstoffe in den kommenden Monaten, noch weiter fortsetzen. Nach der vereinbarten Förderkürzung der OPEC bestehe das Risiko eines spürbar steigenden Ölpreises. „Die Inflation in Österreich wird vor allem aufgrund der Rohstoffpreisentwicklung, aber auch durch die weiterhin hohe Preisdynamik einiger Dienstleistungen und der Mieten insbesondere in der ersten Jahreshälfte 2017 an der Zwei-Prozent-Marke kratzen. Im Jahresdurchschnitt 2017 erwarten wir einen Anstieg der Teuerung auf 1,8 Prozent“, so Pudschedl abschließend. (TT.com)