Öffentliche Hand gab im dritten Quartal 35 Mio. Euro für Werbung aus
Wien (APA) - Die öffentliche Hand hat im dritten Quartal 2016 rund 35 Mio. Euro für Werbung ausgegeben. Dies geht aus den am Donnerstag von ...
Wien (APA) - Die öffentliche Hand hat im dritten Quartal 2016 rund 35 Mio. Euro für Werbung ausgegeben. Dies geht aus den am Donnerstag von der Kommunikationsbehörde KommAustria veröffentlichten Daten hervor. Es ist der niedrigste Wert seit Einführung der Medientransparenzdatenbank 2012. Im selben Zeitraum des Vorjahres wurde um rund 40 Mio. Euro geworben. Den größten Werbebedarf hatte erneut die Stadt Wien.
Die Bundesländer haben insgesamt 5,5 Mio. Euro an Werbeausgaben gemeldet. Allein auf die Stadt Wien entfielen davon 3,8 Mio. Euro. Inklusive der ihr nahestehenden Beteiligungen erhöht sich die investierte Summe der Bundeshauptstadt auf ungefähr 8,9 Mio. Euro, nach 13,5 Mio. Euro im dritten Quartal 2015. Zweiteifrigster Werber unter den Ländern war heuer zwischen Juli und September Oberösterreich mit rund 907.000 Euro, gefolgt von Niederösterreich mit 462.000 Euro.
Selbst die Bundesregierung gab weniger für Werbung aus als die Stadt Wien. Insgesamt waren es 3,3 Mio. Euro, nach 3,7 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Unter den Ministerien haben das Finanzressort (517.000 Euro) sowie das Verteidigungsministerium (512.000 Euro) die Nase vorn, gefolgt vom Außenministerium (411.000 Euro). Weniger als 100.000 Euro investierten das Bildungsministerium und das Familienministerium. Gar keine Werbeausgaben hatte - wie in der Vergangenheit - das Justizressort.
Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) meldeten Werbeausgaben von 1,1 Mio. Euro. Die Agrarmarkt Austria (A) übertraf dies mit 1,5 Mio. Euro, wovon allein über 600.000 Euro an den ORF flossen, unter anderem für die Werbekampagne „Fleisch bringt‘s“. Die Post warb um insgesamt 680.000 Euro, die Österreich Werbung um 215.000 und die Asfinag um 95.000 Euro.
Der größte Anteil der öffentlichen Werbegelder entfiel auf die „Kronen Zeitung“: Das reichweitenstarke Medienhaus lukrierte 4,3 Mio. Euro. Dahinter folgen die Gratiszeitung „Heute“ mit rund 2,8 Mio. Euro und „Österreich“ mit 2,7 Mio. Euro. Zusammen kamen die drei Boulevardmedien auf 9,8 Mio. Euro, nach 12,3 Mio. Euro vor einem Jahr. Von den neuen Medien erhielten Facebook 262.000 Euro und Google (inklusive YouTube) 730.000 Euro.
Seit dem Inkrafttreten des Medientransparenzgesetzes Mitte 2012 müssen öffentliche Stellen für jedes Quartal ihre Werbeaufwendungen und Inseratenzahlungen angeben - allerdings erst ab Überschreiten einer Bagatellgrenzen von 5.000 Euro, was vom Rechnungshof bereits kritisch bemerkt wurde. Die Ausgabenhöhe wird an die KommAustria gemeldet und von der Medienbehörde veröffentlicht. Die seither gemeldete Summe beläuft sich mittlerweile auf rund 805 Mio. Euro. Grund für die Verabschiedung des Medientransparenzgesetzes war die jahrelange Kritik an hohen öffentlichen Inseratenaufträgen für Boulevard- und Gratismedien.
Die kürzlich gestartete Transparenz-Initiative der RTR hat die Auswertung der Daten dieses Mal erschwert. Die RTR sprach von einem „technischen Problem“, das aber behoben werden soll. Die RTR stellt seit Ende November eine Vielzahl an Information über eine Open-Data-Schnittstelle zur Verfügung.
(S E R V I C E - Die vollständigen Daten sind auf der Webseite der RTR-GmbH unter http://go.apa.at/GCk0x2pV abrufbar.)
(A V I S O - Bitte beachten Sie bei der etwaigen Übernahme dieser Meldung, dass es sich aufgrund der Fülle des Datenmaterials und der vom Gesetzgeber vorgegebenen intransparenten Aufbereitung der Daten um ungefähre Zahlenangaben handelt.)
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