Vivendi bestreitet Pläne zur feindlichen Übernahme Mediasets

Rom/Paris (APA) - Der französischen Medienkonzern Vivendi, der seine Beteiligung an der italienischen TV-Gruppe Mediaset im Besitz von Ex-Pr...

Rom/Paris (APA) - Der französischen Medienkonzern Vivendi, der seine Beteiligung an der italienischen TV-Gruppe Mediaset im Besitz von Ex-Premier Silvio Berlusconi auf 20 Prozent aufgestockt hat, dementiert Pläne zur feindlichen Übernahme des Mailänder Unternehmens. Vivendi habe keine Absicht, mit einer feindlichen Strategie die Kontrolle über Mediaset zu übernehmen, teilte Vivendi laut Nachrichtenagentur ANSA mit.

„Wir wollen unsere Position in Südeuropa ausdehnen, die für uns strategisch ist. Daher haben wir den Erwerb von Mediaset-Anteilen beschlossen“, betonte das französische Unternehmen am Donnerstag.

Die Mailänder Großbank Intesa Sanpaolo erklärte, sie unterstütze Mediaset bei ihren Bemühungen, die Kontrolle über das Unternehmen zu bewahren. „Es ist wichtig, dass italienische Unternehmen in italienischer Hand bleiben“, betonte Intesas CEO, Carlo Messina.

Die italienische Regierung plant Maßnahmen, um Mediaset vor einer Übernahme durch Vivendi zu retten. Industrieminister Carlo Calenda bestätigte, dass die Regierung die Entwicklungen um Mediaset genau beobachte. Er bezeichnete Vivendis Vorgehen als „feindliche Übernahme“. „Ausländische Investitionen sind in Italien willkommen. Mediaset handelt jedoch in einem strategischen Bereich. Dieses Prinzip ist auch in Frankreich anerkannt und wird verteidigt“, so Calenda.

Die europakritische Protestbewegung „Fünf Sterne“ erwiderte, dass Mediaset ein privates Unternehmen und nicht strategischer als andere Konzerne sei, die in den vergangenen Jahren unter französische Kontrolle geraten seien. Das einzige wirklich strategische Unternehmen in punkto Infrastruktur sei die Telecom Italia, bei der Vivendi seit 2015 bereits das Sagen hat.

~ ISIN FR0000127771 WEB http://www.vivendi.com/ ~ APA510 2016-12-15/16:19