Erdogan: Tragödie in Aleppo ist „eine Schande für die Menschheit“

Ankara/Aleppo (APA/dpa) - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat der syrischen Regierung erneut vorgeworfen, Hilfe für die e...

Ankara/Aleppo (APA/dpa) - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat der syrischen Regierung erneut vorgeworfen, Hilfe für die eingeschlossenen Menschen in Ost-Aleppo sabotieren zu wollen.

„Das Regime und ihre Unterstützer versuchen, die Umsetzung des Waffenstillstands und die Evakuierung zu verhindern“, sagte Erdogan am Donnerstagabend nach einem Treffen mit dem slowenischen Präsidenten Borut Pahor in Ankara. „Dass sich im 21. Jahrhundert so eine Tragödie ereignet, ist eine Schande für die Menschheit.“

Erdogan fügte hinzu: „Die Massaker, die Brutalitäten und die Gräuel in Aleppo finden vor den Augen der ganzen Welt statt.“ In seinen Bemühungen um eine Lösung habe er mit US-Präsident Barack Obama, mit DeutschlandsBundeskanzlerin Angela Merkel und mehrfach mit Russlands Präsident Wladimir Putin gesprochen.

Erdogan sagte, bei den am Donnerstag begonnenen Evakuierungen seien inzwischen 1150 Menschen aus Aleppo in der nordsyrischen Stadt Idlib angekommen. Idlib wird von Rebellen gehalten, die von der Türkei unterstützt werden. Erdogan betonte erneut die Bereitschaft seines Landes, Flüchtlinge aus Aleppo aufzunehmen. Die Türkei bietet nach offiziellen Angaben bereits knapp 2,8 Millionen Flüchtlingen aus Syrien Zuflucht, mehr als jedes andere Land auf der Welt.