Irritationen um Venet-Budget
Landecks Gemeinderat beschloss mit 12:7 Stimmen eine Finanzspritze von 100.000 Euro zur Verlustabdeckung. Funktionäre fordern: Venetbahn braucht positive Stimmung.
Von Helmut Wenzel
Landeck –Die Debatte zum Sparbudget der Stadt Landeck blieb kurz und sachlich. Die neuerlichen Subventionen an die Venet Bergbahnen AG hingegen lösten eine breite, teils emotionale Diskussion in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag aus.
„Die Liquidität der Venetbahn ist derzeit schwierig“, stellte Bürgermeister Wolfgang Jörg zu Sitzungsbeginn fest. Dazu komme ein größerer Personalwechsel, womit wichtiges Know-how für das Unternehmen verloren gehe.
Jörg ist seit heuer Venet-Vorstand gemeinsam mit Vizebürgermeister Peter Vöhl sowie dem Zammer Dorfchef Siggi Geiger. Teure Reparaturen sowie der schlechte Saisonstart vorigen Winter und die zuletzt dürftige Sommerbilanz hätten die aktuelle Finanzklemme beschert. Vor diesem Hintergrund landete ein Brief im Rathaus – mit dem Antrag auf eine einmalige Subvention. Wenige Tage zuvor hatte die Gemeinde Zams einen Zuschuss von 100.000 Euro bewilligt.
Ihm fehle der Überblick und die Transparenz zur finanziellen Situation der Venet AG, stellte FPÖ-Stadtrat Roland König fest. „Von uns gibt es keine Zustimmung.“
Für die SPÖ konfrontierte GR Manfred Jenewein, der einige Jahre Venet-Vorstand war, den Gemeinderat mit harten Vorwürfen. „Ich hätte gerne den Verleich der Reparaturkosten mit dem Budget. Budgetiert waren 272.000 Euro für außerordentliche Ausgaben des Seilbahnbetriebes.“ Jetzt würden die Kosten ein zweites Mal in Rechnung gestellt. „Das ist ein starkes Stück“, schloss Jenewein.
„Entweder man steht zum Berg oder nicht“, erklärte der Bürgermeister. Er selbst sei noch nicht Vorstandsmitglied gewesen, als die Reparaturen anfielen. Sein Fazit: „Intern müssen sich viele Dinge verbessern. Kleine Skigebiete sind auch ein Landesthema.“ Künftig werde es tagesaktuelle Zahlen geben, versicherte der Bürgermeister.
Am Ende der Debatte votierten die zwölf ÖVP-Mandatare für den Zuschuss von 100.000 Euro, SPÖ, FPÖ und Grüne dagegen.
Gestern war Saisonstart am Venet, Funktionäre trafen sich in der Bergstation. „Derartige Debatten, wo sich einige Mandatare auf Kosten der Bahn profilieren möchten, bescheren uns nur Schaden“, stellte Venet-Beirat Karl Lenhart fest. „Wenn sich alle an die Vereinbarungen halten, würde uns die Aufregung erspart bleiben.“ Vereinbart sei, dass bei Großreparaturen die Hauptaktionäre einspringen müssten. „Wir strengen uns für hervorragende Pisten an und brauchen positive Stimmung“, plädierte Lenhart.
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