Gerichtssplitter

Haft nach Sozialbetrug am Bau

Letztes Jahr wurde am Landesgericht ein Brüderpaar verurteilt, das durch Scheinanmeldungen von Bauarbeitern einen Millionenbetrag an der Fin...

Letztes Jahr wurde am Landesgericht ein Brüderpaar verurteilt, das durch Scheinanmeldungen von Bauarbeitern einen Millionenbetrag an der Finanz vorbeigeschleust hatte. Zeitgleich hatte ein gebürtiger Serbe das gleiche System in Vorarlberg aufgezogen. Dieser meldete zwischen 2009 und 2011 nicht weniger als 126 Arbeiter auf Scheinfirmen in Tirol an, die dann zwar im Einflussbereich des 35-Jährigen arbeiteten, deren Firmen jedoch – wie geplant – niemals Abgaben an die Tiroler Gebietskrankenkasse ablieferten. So entstanden den Kassen diesseits und jenseits des Arlbergs Abgabenverkürzungen von 890.000 Euro. Als die Gesellschaft des 35-Jährigen schließlich in Konkurs ging, fanden sich Scheinrechnungen über 13 Millionen Euro. Da konnte Verteidiger Hubert Stanglechner nur noch auf Unbescholtenheit und Geständnis verweisen. Bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren Haft ergingen darauf drei Jahre Haft – zwei davon bedingt. (fell)