Ski alpin: Kröll vor 150. Abfahrt in Serie: „Auch nur eine Zahl“

St. Christina/Gröden (APA) - Klau Kröll ist der Dauerläufer im alpinen Ski-Zirkus. Seit einem siebenten Platz in Val d‘Isere am 8. Dezember ...

St. Christina/Gröden (APA) - Klau Kröll ist der Dauerläufer im alpinen Ski-Zirkus. Seit einem siebenten Platz in Val d‘Isere am 8. Dezember 2001 bestritt der Steirer durchgehend alle Weltcup-Abfahrten, die auf dem Programm standen. Wenn er am Samstag in Gröden abschwingt, wird er seine 150. Abfahrt in Serie absolviert haben. „Aber das ist auch nur eine Zahl“, meinte der heute 36-Jährige.

Nervosität verspürt Kröll angesichts dieses Meilensteins keine. Eine Herausforderung sei die Saslong aber auch im 16. Jahr noch. „Wenn man das erste Mal besichtigt, zu den Kamelbuckeln hinkommt, hat man schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl“, gestand er. „Aber dann kann man es eigentlich immer wieder genießen. Das ist auch der Grund, warum ich es tue, weil es einfach richtig geil ist, Abfahrten zu fahren. Speziell auf so einer Abfahrt, wo so viele Hüpfer drin sind. Mir taugt‘s einfach nach wie vor, drum steh‘ ich noch immer da.“

15 Abfahrten hat er auf der Saslong hingelegt. Das Highlight war ein vierter Platz 2010 hinter Silvan Zurbriggen, Romed Baumann und Didier Cuche. Heuer ist das Gefühl gut, auch deshalb, weil das leidige Thema Val d‘Isere für ihn abgehakt ist.

„Es war jetzt nicht so tragisch. Ich habe eigentlich für mich gewusst, woran es gelegen ist, und dass es sicher nicht Stand der Dinge ist, dass wir so weit weg sind“, sagte der Mann aus Öblarn. Kröll belegte beim Speed-Auftakt vor zwei Wochen den 29. Platz in der Abfahrt und blieb damit wie die meisten Österreicher unter seinem Potenzial.

In den zwei Trainings in Gröden waren bei ihm, aber auch bei den ÖSV-Teamkollegen Aufwärtstendenz und gewachsenes Selbstvertrauen erkennbar. Am Donnerstag lag Kröll als 14. nur 0,61 Sekunden hinter dem Trainingsschnellsten Kjetil Jansrud.

„Das war einfach jetzt der Unterschied, dass wir richtig gut trainiert haben. Drei Tage Zauchensee, zwei Tage Abfahrt, einen Tag Super-G. Dann merkt man einfach, okay, es kommt das Vertrauen zurück“, erklärte er. „Man kann auch wieder in den Schwung reingehen, kann mit Innenlage fahren. Das hat man eigentlich bei uns gesehen, dass sich das keiner richtig zugetraut hat in Val d‘Isere. Wir haben sicher etwas aufgeholt.“

Sein Debüt im Weltcup hatte Kröll schon vor dem Start seiner imposanten Serie gegeben. Im Jänner 2000 durfte er als 19-Jähriger in Chamonix erstmals ran, erreichte immerhin den 30. Platz. Danach ging es wieder zurück in den Europacup, ehe er fast zwei Jahre später endgültig im Weltcup Fuß fasste.

Kröll kann auf eine stattliche Karriere blicken. 206 Weltcup-Rennen, sechs Siege (vier Abfahrt, zwei Super-G), 24 Podestplätze, dazu holte er in der Saison 2011/12 die Abfahrts-Kristallkugel. Und eben jene 150 Abfahrten am Stück, die in seinem Metier ihresgleichen suchen. „Bei meinen vielen Verletzungen, die ich gehabt habe, ist es schon erstaunlich, dass ich nie eine verpasst habe“, bemerkte er. Nur bei Großereignissen hatte der „Bulle“ nie Glück.

Mittlerweile ist der Fokus auch auf die Zeit danach gerichtet. Nach diesem Winter wird aller Voraussicht nach Schluss sein. „Einen hundertprozentigen Schlussstrich habe ich jetzt noch nicht gezogen“, sagte Kröll. Die Chance, dass er die Olympia-Saison 2017/18 noch mitnimmt, sei aber eher gering. „Außer wenn ich eine Medaille mache in St. Moritz und ich eine Chance sehe, dass für Olympia auch eine Medaille möglich wäre, dann kann man es überlegen.“ Im Frühjahr hat Kröll mit der Trainer-Ausbildung begonnen und mit dem D-Trainer die erste Stufe erklommen.